Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Humulen: holziger Hopfenduft und Vorkommen in Hanf

Jona Decker von Jona Decker3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Humulen, genauer Alpha-Humulen, ist ein Sesquiterpen mit der Summenformel C15H24.
  • Der Name stammt vom Hopfen (Humulus lupulus), in dessen ätherischem Öl der Stoff zuerst gefunden wurde.
  • Der Duft wird als holzig und würzig beschrieben.
  • Humulen ist ein Isomer von Beta-Caryophyllen und heißt deshalb auch Alpha-Caryophyllen.
  • In der Nutzhanf-Sorte Finola gehörte es zu den häufigsten Sesquiterpenen.
Rotbraune Gewürzkörner in einer Holzschale neben einer getrockneten Hanfblüte auf hellem Leinen

Auf einen Blick

Du hast den Begriff Humulen in einem Terpenprofil gelesen und willst wissen, was dahintersteckt. Der Beitrag erklärt den Stoff chemisch, beschreibt Duft, Namensherkunft und Vorkommen und zeigt, wie du die Angabe in einem Sortenprofil liest.

Humulen, genauer Alpha-Humulen, ist ein Sesquiterpen, ein Duftstoff mit holzig-würzigem Geruch, der seinen Namen vom Hopfen (Humulus lupulus) hat. Es steckt im ätherischen Öl des Hopfens und ebenso in Hanf, der zur selben Pflanzenfamilie gehört.

Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Humulen chemisch ist, woher der Name kommt, wo der Stoff vorkommt und wie du die Angabe in einem Terpenprofil liest. Wie die Aromastoffe der Hanfpflanze insgesamt zusammenhängen, beschreibt der Ratgeber Terpene in Hanf und Cannabis. Sorten mit ausgewiesenem Terpenprofil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Herkunft, Anbautyp und Laborzertifikat zur Charge.

Humulen im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt

Chemisch ist Alpha-Humulen ein Sesquiterpen mit der Summenformel C15H24. Sesquiterpene bestehen aus drei Isopren-Einheiten und sind damit größer als Monoterpene wie Myrcen oder Limonen. Humulen ist ein Isomer von Beta-Caryophyllen und wird deshalb auch Alpha-Caryophyllen genannt. Der Unterschied liegt im Gerüst: Humulen besteht aus einem einzigen großen Ring mit elf Kohlenstoffatomen, bei Beta-Caryophyllen kommt ein zweiter, kleiner Ring hinzu.

Für den Siedepunkt führt die Stoffdatenbank PubChem nur einen Wert unter vermindertem Druck: 99 bis 100 °C bei 3 mmHg. Unter Normaldruck sieden Sesquiterpene laut einer Übersichtsarbeit zwischen etwa 250 und 280 °C, also deutlich höher als Monoterpene.

Stoffklasse Sesquiterpen (einringig)
Summenformel C15H24
Duft holzig und würzig
Vorkommen in der Natur Hopfen, Hanf, Paradieskörner, Südseemyrten (Leptospermum)
Siedepunkt 99 bis 100 °C bei 3 mmHg (Quelle: PubChem); kein Wert für Normaldruck geführt
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Hasch Afghano

Woher kommt der Name, und wo kommt der Stoff vor?

Alpha-Humulen wurde zuerst als wichtiger Bestandteil im ätherischen Öl des Hopfens beschrieben, daher der Name. Ein Scoping Review aus dem Jahr 2024 nennt als weitere Quellen Cannabis, die westafrikanischen Paradieskörner (Aframomum melegueta) und mehrere Leptospermum-Arten. Der Anteil im ätherischen Öl schwankt je nach Pflanzenart stark, von kaum messbar bis zu mehr als der Hälfte des Öls.

Gewonnen wird der Stoff zusammen mit dem ätherischen Öl, etwa durch Wasserdampfdestillation. Im ätherischen Öl des Hopfens ist er ein Hauptbestandteil.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Hanf bildet seine Duftstoffe in den Drüsenhaaren der Blüten, den Trichomen. In einer Untersuchung der Nutzhanf-Sorte Finola aus dem Jahr 2017 waren Beta-Caryophyllen, Alpha-Humulen, Bergamoten und Farnesen die häufigsten Sesquiterpene im Harz. Dieselbe Arbeit beschreibt ein Enzym der Pflanze, das Beta-Caryophyllen und Alpha-Humulen gemeinsam bildet. Das passt dazu, dass beide Stoffe in Terpenprofilen oft nebeneinander stehen.

Als größeres Molekül verdunstet Humulen langsamer als die Monoterpene. In einem Profil steht es deshalb eher für die holzige, würzige Grundnote als für den ersten, frischen Geruchseindruck einer Blüte.

So liest du die Angabe im Terpenprofil

Im Sortiment von CBDÍA nennt das Terpenprofil der Hasch-Sorte Afghano Humulen und beschreibt dazu ein erdiges, holziges Aroma mit Noten von Hopfen. Daneben führt das Profil Pinen und Camphen auf. Beim Lesen helfen drei Punkte:

  • Humulen und Alpha-Humulen meinen in Profilen denselben Stoff.
  • Humulen tritt in Hanf häufig zusammen mit Beta-Caryophyllen auf, beide stehen deshalb oft im selben Profil.
  • Die Angabe gilt für eine Charge. Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt an Duftstoffen.

Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite.

Was die Forschung untersucht

Das Scoping Review von 2024 wertete 340 Arbeiten zu Alpha-Humulen aus, überwiegend Labor- und Tierversuche. Es hält fest, dass diese Ergebnisse bisher kaum in Studien am Menschen überführt wurden und dass belastbare Untersuchungen noch ausstehen. Aus dem Nachweis von Humulen in einer Blüte oder einem Hasch folgt deshalb keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: Oktober 2026.


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Häufige Fragen zu Humulen

Im Alltag ja. Mit Humulen ist fast immer Alpha-Humulen gemeint. Ein weiterer Name für denselben Stoff ist Alpha-Caryophyllen, weil er ein Isomer von Beta-Caryophyllen ist.

Der Name leitet sich von Humulus lupulus ab, dem botanischen Namen des Hopfens. Im ätherischen Öl des Hopfens wurde Alpha-Humulen zuerst als wichtiger Bestandteil beschrieben. Hopfen und Hanf gehören zur selben Pflanzenfamilie, den Hanfgewächsen.

Beide sind Sesquiterpene mit der Summenformel C15H24. Humulen besteht aus einem einzigen großen Ring, bei Beta-Caryophyllen kommt ein zweiter, kleiner Ring hinzu. In Hanf bildet ein Enzym beide Stoffe gemeinsam, deshalb stehen sie in Terpenprofilen oft nebeneinander.

Humulen wird als holzig und würzig beschrieben. Das Terpenprofil der Hasch-Sorte Afghano im CBDÍA-Sortiment nennt ein erdiges, holziges Aroma mit Noten von Hopfen. In einer Blüte verbindet sich der Duft mit den übrigen Terpenen.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. Humulene (CID 5281520), Abschnitt Boiling Point, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C15H24, den Aufbau als Ring aus elf Kohlenstoffatomen (Cycloundecatrien) und die Siedepunktangabe von 99 bis 100 °C bei 3 mmHg; ein Normaldruckwert ist dort nicht geführt.
  2. The Clinical Translation of α-humulene: A Scoping Review (Planta Med 90(9):664-674, DOI 10.1055/a-2307-8183), Dalavaye, Nicholas, Pillai, Erridge, Sodergren; Planta Medica (2024)Stützt die Einordnung als Sesquiterpen aus drei Isopren-Einheiten, den Zweitnamen Alpha-Caryophyllen, die Namensherkunft vom Hopfen (Humulus lupulus), das Vorkommen in Hopfen, Cannabis, Paradieskörnern und Leptospermum-Arten, die Auswertung von 340 Arbeiten und die Feststellung, dass kaum Ergebnisse in Studien am Menschen überführt wurden.
  3. Terpene synthases from Cannabis sativa (PLoS One 12(3):e0173911, DOI 10.1371/journal.pone.0173911), Booth, Page, Bohlmann; PLoS One (2017)Stützt, dass Alpha-Humulen in der Nutzhanf-Sorte Finola zu den häufigsten Sesquiterpenen gehört (mit Beta-Caryophyllen, Bergamoten und Farnesen) und dass ein Enzym der Pflanze Beta-Caryophyllen und Alpha-Humulen gemeinsam bildet.
  4. Nerolidol: A Sesquiterpene Alcohol with Multi-Faceted Pharmacological and Biological Activities (Molecules 21(5):529, DOI 10.3390/molecules21050529), Chan, Tan, Chan, Lee, Goh; Molecules (2016)Stützt, dass Sesquiterpene bei Normaldruck zwischen etwa 250 und 280 °C sieden.
  5. Secondary Terpenes in Cannabis sativa L.: Synthesis and Synergy (Biomedicines 10(12):3142, DOI 10.3390/biomedicines10123142), Chacon, Raup-Konsavage, Vrana, Kellogg; Biomedicines (2022)Stützt die Beschreibung des Humulen-Dufts als holzig und würzig und die Nennung von Humulen unter den Terpenen, die Analysen von Cannabis üblicherweise betrachten.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.