Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Beta-Caryophyllen: pfeffriger Duft und Vorkommen

Jona Decker von Jona Decker29.09.2026 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Beta-Caryophyllen ist ein Sesquiterpen mit der Summenformel C15H24.
  • Es riecht pfeffrig, würzig und holzig.
  • Es kommt in Gewürznelken, vielen Gewürz- und Nahrungspflanzen und in Hanf vor.
  • Der Siedepunkt liegt bei etwa 256 bis 259 °C.
  • Eine Laborstudie von 2008 zeigte eine Bindung an den CB2-Rezeptor; was das beim Menschen bedeutet, ist offen.
Gewürznelken und Pfefferkörner auf einem Keramikteller neben einer Hanfblüte

Auf einen Blick

Du hast Beta-Caryophyllen in einem Terpenprofil gefunden und fragst dich, warum es oft neben Cannabinoiden genannt wird. Der Beitrag erklärt den Stoff chemisch, beschreibt Duft und Vorkommen und ordnet die Forschung zum CB2-Rezeptor sachlich ein.

Beta-Caryophyllen ist ein Sesquiterpen, ein größerer Duftstoff aus der Gruppe der Terpene, der pfeffrig, würzig und holzig riecht. Es steckt in Gewürznelken und vielen weiteren Gewürz- und Nahrungspflanzen und gehört in Hanf zu den häufigsten Terpenen seiner Größenklasse.

Der Glossar-Beitrag erklärt, was Caryophyllen chemisch ist, wo es vorkommt, warum es in der Cannabinoid-Forschung genannt wird und wie du es in einem Terpenprofil liest. Den Überblick über alle Aromastoffe der Hanfpflanze gibt der Ratgeber Terpene in Hanf und Cannabis. Sorten mit würzigem Profil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Laborzertifikat zur Charge.

Beta-Caryophyllen im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt

Sesquiterpene bestehen aus drei Isopren-Einheiten und sind damit größer als Monoterpene wie Limonen. Beta-Caryophyllen hat die Summenformel C15H24 und ein ungewöhnliches Ringgerüst mit einem Vierring. Weil es schwerer ist, verdunstet es langsamer: Die Stoffdatenbank PubChem nennt einen Siedepunkt von 256 bis 259 °C unter Normaldruck, deutlich höher als bei den meisten Monoterpenen.

Stoffklasse Sesquiterpen
Summenformel C15H24
Duft pfeffrig, würzig, holzig
Vorkommen in der Natur Gewürznelkenöl, ätherische Öle vieler Gewürz- und Nahrungspflanzen, Hanf
Siedepunkt etwa 256 bis 259 °C bei Normaldruck (Quelle: PubChem)
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Blüten Gorilla Glue, White Widow und Hazelnut Cookies; CBD Hasch La Crème, Golden Caramel und Vanilla Cream

Wo kommt der Stoff in der Natur vor?

Beta-Caryophyllen ist in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Die Stoffdatenbank nennt es als häufigste Form in vielen ätherischen Ölen, besonders reich daran ist das Öl der Gewürznelke. Die Studie von 2008 beschreibt es als verbreiteten Bestandteil der ätherischen Öle zahlreicher Gewürz- und Nahrungspflanzen. Über Gewürze nehmen Menschen Caryophyllen deshalb ganz alltäglich mit der Nahrung auf.

Ein naher Verwandter ist Humulen, früher Alpha-Caryophyllen genannt. Beide haben dieselbe Summenformel, unterscheiden sich aber im Aufbau und im Duft. In Hopfen und Hanf treten sie oft gemeinsam auf.

Zehn oder fünfzehn Kohlenstoffatome: die zwei Größenklassen

Terpene werden nach der Zahl ihrer Bausteine eingeteilt. Monoterpene bestehen aus zwei Isopren-Einheiten und haben zehn Kohlenstoffatome, Sesquiterpene aus drei Einheiten mit fünfzehn Kohlenstoffatomen. Diese Größe hat Folgen, die du im Alltag bemerkst:

  • Monoterpene wie Myrcen, Limonen und Pinen sieden zwischen etwa 156 und 178 °C, Beta-Caryophyllen erst bei etwa 256 bis 259 °C.
  • Kleinere Moleküle verdunsten leichter und prägen den ersten Geruchseindruck einer Blüte, größere wirken eher als würzige Grundnote.
  • In Laboranalysen stehen Mono- und Sesquiterpene oft in getrennten Gruppen.

In Hanf ist Beta-Caryophyllen der bekannteste Vertreter der Sesquiterpene, neben Humulen, Bergamoten und Farnesen. Wer ein Terpenprofil liest, findet es deshalb häufig als einziges Sesquiterpen unter mehreren Monoterpenen.

Warum nennt die Forschung es ein Nahrungs-Cannabinoid?

Eine Laborstudie aus dem Jahr 2008 zeigte, dass Beta-Caryophyllen selektiv an den Cannabinoid-Rezeptor CB2 bindet. Die Autoren bezeichneten es deshalb als Nahrungs-Cannabinoid, weil es aus Gewürzen und Lebensmitteln stammt. Chemisch bleibt es ein Terpen wie Pinen und ist kein Phytocannabinoid wie CBD, auch wenn beide in denselben Drüsenhaaren der Hanfblüte entstehen.

Die Bindung an einen Rezeptor in Zellversuchen und Tiermodellen ist ein Forschungsbefund, keine nachgewiesene Wirkung beim Menschen. Welche Bedeutung Beta-Caryophyllen aus Gewürzen oder Hanf für den Körper hat, wird weiter untersucht und ist nicht geklärt.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Hanf bildet Beta-Caryophyllen in den Drüsenhaaren der Blüten. In der untersuchten Nutzhanf-Sorte Finola gehörte es zusammen mit Humulen zu den häufigsten Sesquiterpenen, während bei den Monoterpenen Myrcen vorn lag. Im Terpenprofil steht Caryophyllen für die würzig-pfeffrige Grundnote; mit dem blumigen Linalool zusammen wirkt ein Profil weicher. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil neben Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent.

Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Beta-Caryophyllen etwa bei den Blüten Gorilla Glue, White Widow und Hazelnut Cookies und bei mehreren Hasch-Sorten. Dort steht es neben Monoterpenen wie Myrcen, Pinen, Ocimen oder Camphen. Aus dem Nachweis von Caryophyllen in einer Blüte folgt keine Aussage über eine Wirkung; das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.


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Häufige Fragen zu Caryophyllen

Chemisch ist Beta-Caryophyllen ein Sesquiterpen und kein klassisches Cannabinoid wie CBD. Forschende nennen es trotzdem ein Nahrungs-Cannabinoid, weil es in einer Laborstudie an den Cannabinoid-Rezeptor CB2 band. Was das für den Menschen bedeutet, ist nicht geklärt.

Caryophyllen ist Bestandteil der ätherischen Öle vieler Gewürz- und Nahrungspflanzen. Besonders viel enthält Gewürznelkenöl. In Hanf gehört Beta-Caryophyllen zu den häufigsten Sesquiterpenen.

Beta-Caryophyllen riecht pfeffrig, würzig und holzig. In Hanf gibt es vielen Sorten eine würzige Grundnote, die mit fruchtigen oder blumigen Terpenen zusammen das Gesamtaroma prägt.

Humulen, früher Alpha-Caryophyllen genannt, ist ein enger chemischer Verwandter von Beta-Caryophyllen mit derselben Summenformel. Beide sind Sesquiterpene und kommen in Hopfen und Hanf oft gemeinsam vor, riechen aber unterschiedlich: Humulen eher holzig und hopfig.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. (-)-Caryophyllene (CID 5281515), Abschnitte Boiling Point und Description, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C15H24, den Siedepunkt von 256 bis 259 °C bei Normaldruck und das Vorkommen in vielen ätherischen Ölen, besonders in Gewürznelkenöl.
  2. Beta-caryophyllene is a dietary cannabinoid (PNAS 105(26):9099-9104, DOI 10.1073/pnas.0803601105), Gertsch, Leonti, Raduner, Racz et al.; Proceedings of the National Academy of Sciences (2008)Stützt, dass Beta-Caryophyllen in Laborversuchen selektiv an den CB2-Rezeptor bindet, verbreiteter Bestandteil der ätherischen Öle von Gewürz- und Nahrungspflanzen und ein Hauptbestandteil von Hanf ist.
  3. Terpene synthases from Cannabis sativa (PLoS One 12(3):e0173911, DOI 10.1371/journal.pone.0173911), Booth, Page, Bohlmann; PLoS One (2017)Stützt, dass Beta-Caryophyllen und Alpha-Humulen zu den häufigsten Sesquiterpenen im Harz der untersuchten Nutzhanf-Sorte gehören.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.