CBC ist die Abkürzung für Cannabichromen, ein Cannabinoid, das die Hanfpflanze neben CBD und THC bildet. Es gilt als nicht berauschend, wird deutlich seltener erforscht als die beiden bekannten Cannabinoide und steckt, wie sie, zunächst als Säureform in der Pflanze. Dieser Ratgeber erklärt, was Cannabichromen chemisch ist, wie es entsteht, wie es sich von CBD, THC und CBG abgrenzt, wie es rechtlich eingeordnet ist und woran du den CBC-Gehalt einer Blüte erkennst. Wirk- oder Anwendungsversprechen gibt er bewusst nicht.
Was ist CBC genau: Cannabichromen als Cannabinoid der Hanfpflanze
Cannabichromen gehört zu den Phytocannabinoiden, also zu den Cannabinoiden, die in der Pflanze Cannabis sativa L. selbst entstehen. Die Struktur wurde 1966 erstmals beschrieben. Eine Übersichtsarbeit zur Biosynthese zählt CBC zusammen mit THC und CBD zu den mengenmäßig wichtigsten Cannabinoiden der Pflanze; in der Fachliteratur wird es trotzdem meist unter den sogenannten Nebencannabinoiden geführt, weil es in den meisten Sorten deutlich hinter CBD oder THC zurückbleibt.
Durch gezielte Züchtung gibt es inzwischen Sorten, in denen CBC einen größeren Anteil am Cannabinoidprofil hat. Bei CBDÍA sind das die CBC Blüten: Blüten aus EU-Nutzhanf, deren THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt und deren Werte das Laborzertifikat je Charge ausweist.
Wichtig für das Grundverständnis: Die Abkürzung CBC ist mehrdeutig. In der englischsprachigen Medizin steht sie auch für „complete blood count“, das große Blutbild. Mit dem Cannabinoid Cannabichromen hat diese Bedeutung nichts zu tun.
Wie Cannabichromen in der Pflanze entsteht: von CBGA über CBCA
Am Anfang steht in der wachsenden Pflanze die Cannabigerolsäure (CBGA). Sie ist die gemeinsame Vorstufe der bekannten Cannabinoide; wie Cannabigerol selbst einzuordnen ist, erklärt der Beitrag Was ist CBG. Pflanzeneigene Enzyme, sogenannte Synthasen, wandeln CBGA in unterschiedliche Säureformen um: die THCA-Synthase in THCA, die CBDA-Synthase in CBDA und die CBCA-Synthase in Cannabichromensäure (CBCA).
In frischem Pflanzenmaterial liegen THC, CBD und CBC ganz überwiegend in diesen sauren Formen vor. Erst durch Wärme, Licht oder Lagerung spaltet sich Kohlendioxid ab, ein Vorgang, der Decarboxylierung heißt, und aus CBCA wird CBC. Deshalb unterscheiden sich die Werte je nach Sorte, Reifegrad, Trocknung, Lagerung und Zeitpunkt der Analyse.
Warum die Sorte über den CBC-Anteil entscheidet
Welche Säureform überwiegt, hängt von der Genetik ab, also davon, welche Synthasen eine Sorte in welchem Umfang bildet. Die Biosynthese der selteneren Cannabinoide ist nach dem Stand der Forschung noch nicht vollständig verstanden; gesichert ist der Weg über CBGA und CBCA.
Chemischer Aufbau: warum CBC kein Dibenzopyran ist
Cannabichromen hat die Summenformel C21H30O2 und damit dieselbe wie THC und CBD. Die Atome sind aber anders verknüpft. in der Datenbank PubChem ist CBC als Chromen-Verbindung verzeichnet: ein aromatischer Ring, an den ein sauerstoffhaltiger Ring angeschlossen ist, dazu eine offene Seitenkette. THC besitzt dagegen drei miteinander verbundene Ringe, das sogenannte Dibenzopyran-Gerüst. Dieser Unterschied im Aufbau ist nicht nur chemisch interessant, sondern auch für die rechtliche Einordnung weiter unten maßgeblich.
CBC im Vergleich zu CBD, THC und CBG
CBD, THC, CBG und CBC stammen alle aus derselben Pflanze und derselben Vorstufe, sind aber eigenständige Stoffe mit eigener Struktur. Kurz eingeordnet:
- CBD ist in Nutzhanf meist das mengenmäßig wichtigste Cannabinoid und am besten untersucht; die Grundlagen stehen im Beitrag Was ist CBD.
- THC ist das berauschende Cannabinoid, bei den Blüten von CBDÍA liegt es unter 0,3 Prozent; mehr dazu im Beitrag Was ist THC.
- CBG ist als Cannabigerol die neutrale Form der gemeinsamen Vorstufe CBGA und kommt meist nur in geringen Mengen vor.
- CBC entsteht über die eigene Säureform CBCA, gilt als nicht berauschend und ist von allen vieren am wenigsten erforscht.
Was die Forschung über die Eigenschaften von Cannabichromen beschreibt und wie dünn die Datenlage beim Menschen ist, ordnet der Beitrag CBC Wirkung ein.
Rechtliche Einordnung von Cannabichromen in Deutschland
Rechtlich ist Cannabichromen in Deutschland so eingeordnet: CBC steht in keiner der Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Vom Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) wird es ebenfalls nicht erfasst, denn die Stoffgruppe in Anlage 1 Nr. 2.3 umfasst Verbindungen, die vom Dibenzopyran-Gerüst (6H-Benzo(c)chromen-1-ol) abgeleitet sind, und CBC ist ein bicyclisches Chromen ohne diesen dritten Ring.
Als pflanzlicher Inhaltsstoff von Nutzhanf fällt CBC unter die Ausnahme für Nutzhanf nach § 1 Nr. 8 Buchst. d und Nr. 9 KCanG, und zwar unter den Nutzhanf-Bedingungen: Die Pflanzen stammen aus zertifiziertem Saatgut von Sorten des gemeinsamen EU-Sortenkatalogs oder ihr THC-Gehalt liegt bei höchstens 0,3 Prozent, und der Verkehr dient ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen. Die Abgabe erfolgt nur an Erwachsene ab 18 Jahren. Keine Rechtsberatung, Stand: September 2026.
Cannabichromen im Laborzertifikat erkennen
Wie viel CBC eine Blüte enthält, lässt sich nicht an Aussehen, Duft oder Sortennamen ablesen, sondern nur an einer Laboranalyse. Ein Laborzertifikat weist die einzelnen Cannabinoide getrennt aus, häufig als neutrale Form und als Säureform, also CBC und CBCA. Daneben steht der THC-Wert, der bei den Blüten von CBDÍA unter 0,3 Prozent liegt.
Beim Lesen hilft ein kurzer Abgleich: Passen Produktname und Chargennummer zum Produkt, ist das Prüfdatum angegeben, und sind CBC, CBD und THC einzeln aufgeführt? Bei CBDÍA sind die Laborzertifikate je Charge öffentlich einsehbar, zusammen mit Herkunftsland und Anbautyp der jeweiligen Sorte.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Stand: September 2026.

