CBC: Wissen über Cannabichromen

Was ist CBC? Cannabichromen, Herkunft und Einordnung

Jona Decker von Jona Decker29.09.2026 4 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • CBC steht für Cannabichromen, ein nicht berauschendes Cannabinoid der Hanfpflanze.
  • Die Pflanze bildet es als Säureform CBCA aus der gemeinsamen Vorstufe CBGA, erst Wärme oder Licht machen daraus CBC.
  • CBC hat dieselbe Summenformel wie THC und CBD, aber einen anderen Aufbau ohne Dibenzopyran-Gerüst.
  • CBC steht in keiner Anlage des BtMG, wird vom NpSG nicht erfasst und fällt als Nutzhanf-Inhaltsstoff unter die Nutzhanf-Bedingungen des KCanG.
  • Wie viel CBC eine Blüte enthält, zeigt das Laborzertifikat der jeweiligen Charge.
Hanfblatt und getrocknete Hanfblüte auf hellem Leinen, Einstieg in die Frage, was CBC ist

Auf einen Blick

Du willst wissen, was CBC ist, bevor du dich mit Produkten beschäftigst. Der Beitrag erklärt Cannabichromen als Stoff, seine Entstehung in der Hanfpflanze, den chemischen Aufbau, die Abgrenzung zu CBD, THC und CBG sowie den Rechtsrahmen in Deutschland. Danach findest du CBC Blüten mit Laborzertifikat je Charge im Shop.

CBC ist die Abkürzung für Cannabichromen, ein Cannabinoid, das die Hanfpflanze neben CBD und THC bildet. Es gilt als nicht berauschend, wird deutlich seltener erforscht als die beiden bekannten Cannabinoide und steckt, wie sie, zunächst als Säureform in der Pflanze. Dieser Ratgeber erklärt, was Cannabichromen chemisch ist, wie es entsteht, wie es sich von CBD, THC und CBG abgrenzt, wie es rechtlich eingeordnet ist und woran du den CBC-Gehalt einer Blüte erkennst. Wirk- oder Anwendungsversprechen gibt er bewusst nicht.

Was ist CBC genau: Cannabichromen als Cannabinoid der Hanfpflanze

Cannabichromen gehört zu den Phytocannabinoiden, also zu den Cannabinoiden, die in der Pflanze Cannabis sativa L. selbst entstehen. Die Struktur wurde 1966 erstmals beschrieben. Eine Übersichtsarbeit zur Biosynthese zählt CBC zusammen mit THC und CBD zu den mengenmäßig wichtigsten Cannabinoiden der Pflanze; in der Fachliteratur wird es trotzdem meist unter den sogenannten Nebencannabinoiden geführt, weil es in den meisten Sorten deutlich hinter CBD oder THC zurückbleibt.

Durch gezielte Züchtung gibt es inzwischen Sorten, in denen CBC einen größeren Anteil am Cannabinoidprofil hat. Bei CBDÍA sind das die CBC Blüten: Blüten aus EU-Nutzhanf, deren THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt und deren Werte das Laborzertifikat je Charge ausweist.

Wichtig für das Grundverständnis: Die Abkürzung CBC ist mehrdeutig. In der englischsprachigen Medizin steht sie auch für „complete blood count“, das große Blutbild. Mit dem Cannabinoid Cannabichromen hat diese Bedeutung nichts zu tun.

Wie Cannabichromen in der Pflanze entsteht: von CBGA über CBCA

Am Anfang steht in der wachsenden Pflanze die Cannabigerolsäure (CBGA). Sie ist die gemeinsame Vorstufe der bekannten Cannabinoide; wie Cannabigerol selbst einzuordnen ist, erklärt der Beitrag Was ist CBG. Pflanzeneigene Enzyme, sogenannte Synthasen, wandeln CBGA in unterschiedliche Säureformen um: die THCA-Synthase in THCA, die CBDA-Synthase in CBDA und die CBCA-Synthase in Cannabichromensäure (CBCA).

In frischem Pflanzenmaterial liegen THC, CBD und CBC ganz überwiegend in diesen sauren Formen vor. Erst durch Wärme, Licht oder Lagerung spaltet sich Kohlendioxid ab, ein Vorgang, der Decarboxylierung heißt, und aus CBCA wird CBC. Deshalb unterscheiden sich die Werte je nach Sorte, Reifegrad, Trocknung, Lagerung und Zeitpunkt der Analyse.

Warum die Sorte über den CBC-Anteil entscheidet

Welche Säureform überwiegt, hängt von der Genetik ab, also davon, welche Synthasen eine Sorte in welchem Umfang bildet. Die Biosynthese der selteneren Cannabinoide ist nach dem Stand der Forschung noch nicht vollständig verstanden; gesichert ist der Weg über CBGA und CBCA.

Chemischer Aufbau: warum CBC kein Dibenzopyran ist

Cannabichromen hat die Summenformel C21H30O2 und damit dieselbe wie THC und CBD. Die Atome sind aber anders verknüpft. in der Datenbank PubChem ist CBC als Chromen-Verbindung verzeichnet: ein aromatischer Ring, an den ein sauerstoffhaltiger Ring angeschlossen ist, dazu eine offene Seitenkette. THC besitzt dagegen drei miteinander verbundene Ringe, das sogenannte Dibenzopyran-Gerüst. Dieser Unterschied im Aufbau ist nicht nur chemisch interessant, sondern auch für die rechtliche Einordnung weiter unten maßgeblich.

CBC im Vergleich zu CBD, THC und CBG

CBD, THC, CBG und CBC stammen alle aus derselben Pflanze und derselben Vorstufe, sind aber eigenständige Stoffe mit eigener Struktur. Kurz eingeordnet:

  • CBD ist in Nutzhanf meist das mengenmäßig wichtigste Cannabinoid und am besten untersucht; die Grundlagen stehen im Beitrag Was ist CBD.
  • THC ist das berauschende Cannabinoid, bei den Blüten von CBDÍA liegt es unter 0,3 Prozent; mehr dazu im Beitrag Was ist THC.
  • CBG ist als Cannabigerol die neutrale Form der gemeinsamen Vorstufe CBGA und kommt meist nur in geringen Mengen vor.
  • CBC entsteht über die eigene Säureform CBCA, gilt als nicht berauschend und ist von allen vieren am wenigsten erforscht.

Was die Forschung über die Eigenschaften von Cannabichromen beschreibt und wie dünn die Datenlage beim Menschen ist, ordnet der Beitrag CBC Wirkung ein.

Rechtliche Einordnung von Cannabichromen in Deutschland

Rechtlich ist Cannabichromen in Deutschland so eingeordnet: CBC steht in keiner der Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Vom Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) wird es ebenfalls nicht erfasst, denn die Stoffgruppe in Anlage 1 Nr. 2.3 umfasst Verbindungen, die vom Dibenzopyran-Gerüst (6H-Benzo(c)chromen-1-ol) abgeleitet sind, und CBC ist ein bicyclisches Chromen ohne diesen dritten Ring.

Als pflanzlicher Inhaltsstoff von Nutzhanf fällt CBC unter die Ausnahme für Nutzhanf nach § 1 Nr. 8 Buchst. d und Nr. 9 KCanG, und zwar unter den Nutzhanf-Bedingungen: Die Pflanzen stammen aus zertifiziertem Saatgut von Sorten des gemeinsamen EU-Sortenkatalogs oder ihr THC-Gehalt liegt bei höchstens 0,3 Prozent, und der Verkehr dient ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen. Die Abgabe erfolgt nur an Erwachsene ab 18 Jahren. Keine Rechtsberatung, Stand: September 2026.

Cannabichromen im Laborzertifikat erkennen

Wie viel CBC eine Blüte enthält, lässt sich nicht an Aussehen, Duft oder Sortennamen ablesen, sondern nur an einer Laboranalyse. Ein Laborzertifikat weist die einzelnen Cannabinoide getrennt aus, häufig als neutrale Form und als Säureform, also CBC und CBCA. Daneben steht der THC-Wert, der bei den Blüten von CBDÍA unter 0,3 Prozent liegt.

Beim Lesen hilft ein kurzer Abgleich: Passen Produktname und Chargennummer zum Produkt, ist das Prüfdatum angegeben, und sind CBC, CBD und THC einzeln aufgeführt? Bei CBDÍA sind die Laborzertifikate je Charge öffentlich einsehbar, zusammen mit Herkunftsland und Anbautyp der jeweiligen Sorte.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Stand: September 2026.


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Häufige Fragen: Was ist CBC?

Bei Cannabis steht CBC für Cannabichromen, ein Cannabinoid, das die Hanfpflanze in den Drüsenhaaren ihrer Blüten bildet. Seine Struktur wurde 1966 erstmals beschrieben. CBC zählt zu den weniger bekannten Cannabinoiden und wird deutlich seltener erforscht als CBD und THC.

CBCA, die Cannabichromensäure, ist die saure Vorstufe von CBC, die in der frischen Pflanze überwiegt. Durch Wärme, Licht oder Lagerung spaltet sich Kohlendioxid ab, und aus CBCA wird CBC. Ein Laborzertifikat weist beide Werte meist getrennt aus.

CBD und CBC sind zwei eigenständige Cannabinoide mit derselben Summenformel, aber unterschiedlichem chemischem Aufbau. Beide entstehen aus der Vorstufe CBGA, jedoch über verschiedene Enzyme. CBD kommt in Nutzhanf meist in deutlich größerer Menge vor und ist wesentlich besser untersucht als CBC.

CBC steht in keiner Anlage des BtMG und wird nicht von der NpSG-Stoffgruppe der Dibenzopyran-Verbindungen erfasst, weil es ein bicyclisches Chromen ist. Als Inhaltsstoff von Nutzhanf gilt für CBC die Ausnahme nach § 1 Nr. 8 Buchst. d und Nr. 9 KCanG unter den Nutzhanf-Bedingungen: EU-Sortenkatalog oder höchstens 0,3 Prozent THC sowie ein gewerblicher Zweck ohne Missbrauch zu Rauschzwecken. Keine Rechtsberatung, Stand: September 2026.

Beim Blutbild ist CBC eine englische Abkürzung für „complete blood count“, das große Blutbild. Mit dem Cannabinoid CBC, also Cannabichromen aus der Hanfpflanze, hat diese medizinische Bedeutung nichts zu tun. Fragen zu Blutwerten gehören in ärztliche Hände.

Den CBC-Gehalt einer Blüte zeigt verlässlich nur ein Laborzertifikat zur jeweiligen Charge. Es weist CBC, CBCA, CBD, THC und weitere Cannabinoide einzeln aus. Bei CBDÍA ist das Zertifikat je Produkt und Charge öffentlich einsehbar.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. The biosynthesis of the cannabinoids (J Cannabis Res 3(1):7, DOI 10.1186/s42238-021-00062-4), Tahir, Raz, Rondeau-Gagné, Trant; Journal of Cannabis Research, Springer Nature (2021)Stützt, dass CBC mit THC und CBD zu den häufigsten Cannabinoiden zählt, in frischer Pflanzenmasse überwiegend als Säureform CBCA vorliegt und dass Synthasen aus CBGA die Säuren THCA, CBDA und CBCA bilden, die nicht-enzymatisch zu THC, CBD und CBC decarboxylieren.
  2. Minor Cannabinoids: Biosynthesis, Molecular Pharmacology and Potential Therapeutic Uses (Front Pharmacol 12:777804, DOI 10.3389/fphar.2021.777804), Walsh, McKinney, Holmes; Frontiers in Pharmacology (2021)Stützt, dass CBC zu den Nebencannabinoiden aus der Vorstufe CBGA zählt, seine Struktur 1966 erstmals beschrieben wurde, CBC-reiche Sorten durch Züchtung entstanden sind und das Wissen über die Pharmakologie der Nebencannabinoide unvollständig ist.
  3. Cannabichromene (Compound CID 30219), PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C21H30O2 von Cannabichromen und seine Einordnung als Chromen-Verbindung (2-Methyl-2-(4-methylpent-3-enyl)-7-pentylchromen-5-ol).
  4. Konsumcannabisgesetz (KCanG), § 1 Begriffsbestimmungen, Nr. 8 Buchst. d und Nr. 9, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (2024)Stützt, dass Nutzhanf von der Begriffsbestimmung für Cannabis ausgenommen ist und an zertifiziertes Saatgut von Sorten des EU-Sortenkatalogs oder höchstens 0,3 Prozent THC sowie an ausschließlich gewerbliche oder wissenschaftliche Zwecke ohne Missbrauch zu Rauschzwecken gebunden ist.
  5. Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), Anlage 1, Nr. 2.3, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (2025)Stützt, dass die Stoffgruppe in Anlage 1 Nr. 2.3 Verbindungen umfasst, die von 6H-Benzo(c)chromen-1-ol, dem Dibenzopyran-Gerüst, abgeleitet sind.
  6. Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlagen I bis III, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de (2025)Stützt, dass Cannabichromen in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes nicht aufgeführt ist.

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Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.