CBG: Hintergründe zu Cannabigerol

Was ist CBG? Vollständiger Guide zu Cannabigerol

Jona Decker von Jona DeckerAktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • CBG (Cannabigerol) ist ein nicht berauschendes Cannabinoid der Hanfpflanze.
  • Aus seiner sauren Vorstufe CBGA bildet die Pflanze im Wachstum unter anderem CBDA und THCA.
  • In ausgewachsenen Pflanzen liegt CBG meist nur in geringer Konzentration vor, deshalb gibt es spezielle CBG-Sorten.
  • CBG-Blüten aus EU-Nutzhanf dürfen in Deutschland höchstens 0,3 Prozent THC enthalten.
  • Den Gehalt je Charge weist das Laborzertifikat aus.
CBG ist wasserdicht auf einer Grafik erklärt

Auf einen Blick

Du willst wissen, was CBG (Cannabigerol) ist und welche Rolle es in der Hanfpflanze spielt. Der Beitrag erklärt die Entstehung aus der Vorstufe CBGA, das Vorkommen in der Pflanze, die Gewinnung und die rechtliche Einordnung in Deutschland. Danach findest du CBG-Blüten mit Laborzertifikat je Charge im Shop.

CBG Definition: was ist Cannabigerol?

Cannabigerol ist ein natürlich vorkommendes Phytocannabinoid, das ausschließlich in der Cannabispflanze gebildet wird und keine berauschenden Eigenschaften besitzt. Die Abkürzung CBG steht dabei für den wissenschaftlichen Namen des Moleküls.

Die Bezeichnung “Mutter aller Cannabinoide” verdankt CBG seiner biochemischen Funktion: In der jungen Hanfpflanze entsteht zunächst Cannabigerolsäure (CBGA), die als Vorstufe für die Bildung anderer Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) oder Tetrahydrocannabinol (THC) dient. Ohne diese Ausgangsverbindung könnte die Pflanze keine weiteren Cannabinoide synthetisieren.

Die chemische Struktur von Cannabigerol unterscheidet sich deutlich von psychoaktiven Substanzen wie THC. Während THC an bestimmte Rezeptoren im Gehirn bindet und dadurch einen Rausch auslöst, interagiert CBG auf andere Weise mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, ohne vergleichbare psychoaktive Effekte.

Unter den zahlreichen bekannten Cannabinoiden der Cannabispflanze zählt CBG zu den sogenannten Minor Cannabinoids. Diese Bezeichnung bezieht sich nicht auf die Bedeutung, sondern auf die geringe Konzentration: In reifen Cannabispflanzen macht CBG meist nur einen kleinen Teil der Gesamtcannabinoide aus, da es während des Reifungsprozesses in andere Verbindungen umgewandelt wird.

Das Cannabinoid CBG in einer Nahaufnahme


Cannabigerol als Cannabinoid: Grundlagen verstehen

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die mit dem Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers interagieren, und CBG nimmt dabei als Vorläufersubstanz eine Sonderstellung ein.

Um die Rolle von CBG zu verstehen, hilft ein Blick auf die Pflanzenbotanik: In der frühen Wachstumsphase produziert die Hanfpflanze zunächst Cannabigerolsäure (CBGA). Diese Säure-Form ist der eigentliche biochemische Ausgangspunkt. CBGA wird durch spezifische Enzyme in THCA (Tetrahydrocannabinolsäure), CBDA (Cannabidiolsäure) und CBCA umgewandelt.

Der Übergang von CBGA zu CBG erfolgt durch einen Prozess namens Decarboxylierung. Dabei wird durch Wärmeeinwirkung, etwa durch Sonnenlicht oder den Trocknungsprozess, eine Carboxylgruppe abgespalten. Das Ergebnis ist das neutrale Cannabinoid CBG, wie es in Produkten vorkommt.

Substanz

Form

Funktion

CBGA

Säure

Ursprüngliche Vorstufe

CBG

Neutral

Neutrale Form

CBDA/THCA

Säuren

Folge-Cannabinoide

In reifen Hanfpflanzen findet sich CBG nur in geringen Mengen, weil der Großteil bereits in andere Cannabinoide umgewandelt wurde. Diese Umwandlung ist ein natürlicher Bestandteil des Pflanzenwachstums.

Als Phytocannabinoid, also ein pflanzliches Cannabinoid, unterscheidet sich CBG von den körpereigenen Endocannabinoiden, die der menschliche Körper selbst produziert. Beide Substanzklassen können jedoch mit denselben Rezeptoren interagieren.


Wie unterscheidet sich Cannabigerol von anderen Cannabinoiden?

CBG unterscheidet sich von CBD und THC sowohl in seiner biochemischen Struktur als auch in seiner Funktion innerhalb der Pflanze, vor allem aber in der Tatsache, dass es deren gemeinsame Vorstufe darstellt. Aus derselben Vorstufe entsteht auch Cannabichromen; was dieses Cannabinoid ausmacht, erklärt der Beitrag Was ist CBC.

Der Unterschied zwischen CBG und CBD beginnt bereits auf molekularer Ebene: Obwohl beide aus derselben Pflanze stammen und nicht psychoaktiv sind, besitzen sie unterschiedliche chemische Strukturen. CBG ist praktisch die Vorstufe zu CBD. Während des Reifungsprozesses wird Cannabigerolsäure enzymatisch in Cannabidiolsäure umgewandelt, die später zu CBD wird.

Die Abgrenzung zu THC ist noch deutlicher: THC bindet stark an CB1-Rezeptoren im Gehirn und erzeugt dadurch den bekannten Rausch. Laborstudien zeigen, dass CBG an CB1- und CB2-Rezeptoren bindet; es wird in der Fachliteratur dennoch als nicht psychotrop beschrieben. Mehr zur CBG Wirkung im eigenen Beitrag.

Vergleichstabelle der drei Cannabinoide

Eigenschaft

CBG

CBD

THC

Psychoaktiv

Nein

Nein

Ja

Konzentration in reifer Pflanze

Gering

Mittel-Hoch

Variabel

Biochemische Rolle

Vorläufer

Endprodukt

Endprodukt

Rechtlicher Rahmen (DE)

Nutzhanf, höchstens 0,3% THC

Nutzhanf, höchstens 0,3% THC

Konsumcannabisgesetz

Als Vorläufer-Cannabinoid nimmt CBG eine einzigartige Rolle ein: Ohne Cannabigerol und seine Säureform CBGA würden weder CBD noch THC in der Pflanze entstehen. Diese Funktion als “Stammzelle” macht Cannabigerol für die Forschung besonders interessant, da das Verständnis seiner Umwandlungsprozesse Auswirkungen auf die Züchtung und Kultivation von Cannabis haben könnte. Mehr erfahren zum Unterschied von CBD vs CBG.


Formen und Produktarten

CBG wird in verschiedenen Produktformen angeboten, etwa als Blüten oder als Extrakt in Öl, die sich in Zusammensetzung und Konzentration unterscheiden.

Was ist ein Cannabigerol-Öl?

CBG Öl besteht aus Cannabigerol-Extrakt, der in einem Trägeröl gelöst wurde. Als Trägeröle kommen häufig Hanfsamenöl, MCT-Öl oder Olivenöl zum Einsatz. Die Qualität des Öls hängt von mehreren Faktoren ab: dem Extraktionsverfahren, der Reinheit des CBG-Extrakts und der Qualität des verwendeten Trägeröls. Mehr erfahren über CBG Öle.

Was sind Blüten mit hohem Cannabigerol-Gehalt?

CBG Blüten sind Hanfblüten von speziell gezüchteten Cannabispflanzen, die einen besonders hohen CBG-Anteil aufweisen. Um hohe Cannabigerol-Konzentrationen zu erreichen, werden diese Pflanzen oft früher geerntet, bevor ein Großteil des CBG in andere Cannabinoide umgewandelt wird.

Isolat vs. Vollspektrum

Bei CBG-Produkten unterscheidet man zwischen:

  • CBG Isolat: Reines Cannabigerol ohne andere Cannabinoide

  • Vollspektrum-Produkte: Enthalten das gesamte Phytocannabinoid-Spektrum der Pflanze, einschließlich CBD, CBC (Cannabichromen), CBN (Cannabinol) und weiterer Inhaltsstoffe

  • Breitspektrum-Produkte: Vollspektrum ohne THC

Vollspektrum-Produkte enthalten neben CBG weitere Cannabinoide und Pflanzenstoffe; welche Zusammensetzung vorliegt, zeigt das Laborzertifikat der Charge.

Definition von CBG Blüten


Vorkommen und Entstehung in der Hanfpflanze

CBG kommt natürlicherweise in allen Cannabis- und Hanfsorten vor, jedoch in deutlich geringeren Mengen als CBD oder THC, weshalb spezielle Züchtungen und frühe Erntezeitpunkte für die Gewinnung entscheidend sind.

In herkömmlichen Hanfpflanzen liegt der CBG-Anteil bei der Ernte meist deutlich unter dem von CBD oder THC. Der Grund: Während des Reifungsprozesses wandelt die Pflanze den Großteil des CBGA in THCA, CBDA und andere Säuren um. Wärme und Sonnenlicht beschleunigen diese Transformation zusätzlich.

Optimaler Erntezeitpunkt

Höhere CBG-Anteile finden sich eher in früheren Entwicklungsphasen, weil CBGA mit fortschreitender Reife in andere Cannabinoide umgewandelt wird. Zu diesem Zeitpunkt hat die enzymatische Umwandlung noch nicht vollständig stattgefunden. Eine frühe Ernte sichert höhere CBG-Mengen, bedeutet jedoch oft geringere Gesamterträge.

Züchtungen mit hohem Cannabigerol-Anteil

Durch gezielte Forschung und Züchtung wurden inzwischen Hanfsorten entwickelt, die:

  • Höhere CBGA-Produktion aufweisen

  • Langsamere Enzymaktivität zeigen

  • deutlich höhere CBG-Anteile am Cannabinoidprofil erreichen können

Extraktionsverfahren

Die gängigsten Methoden zur CBG-Gewinnung umfassen:

  1. CO₂-Extraktion: Nutzt Kohlendioxid unter Druck als Lösungsmittel

  2. Ethanol-Extraktion: Nutzt Alkohol als Lösungsmittel, das anschließend wieder entfernt wird

  3. Lipid-Extraktion: Verwendet Fette als Lösungsmittel

Der hohe Aufwand bei Anbau, früher Ernte und Extraktion erklärt, warum CBG-Produkte oft einen höheren Preis haben als vergleichbare CBD-Produkte.

CBG als Cannabinoid und seine Definition


Das Laborzertifikat: Grundlagen zum Nachlesen

Wer wissen möchte, wie viel CBG ein Produkt tatsächlich enthält, findet die Antwort nicht im Produktnamen, sondern im Laborzertifikat der Charge. Dort werden die einzelnen Cannabinoide getrennt ausgewiesen.

Welche Werte ein Analysezertifikat zeigt

Ein Analysezertifikat nennt meist CBG und seine Säureform CBGA getrennt, dazu CBD, CBDA, THC und THCA sowie weitere Cannabinoide. Weil CBGA beim Erwärmen zu CBG decarboxyliert, weisen viele Labore zusätzlich einen Gesamtwert aus. Dafür wird der CBGA-Anteil mit dem Faktor 0,878 umgerechnet, der sich aus dem Unterschied der Molekülmassen ergibt, und zum freien CBG addiert. Der THC-Wert zeigt, ob der verwendete Nutzhanf den Grenzwert von höchstens 0,3 Prozent einhält.

  • Analysemethode: Cannabinoide werden meist mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) bestimmt, weil sie Säure- und Neutralformen getrennt erfasst.

  • Chargenbezug: Ein Zertifikat gilt für die untersuchte Charge, nicht für eine Sorte allgemein.

  • Terpenprofil: Manche Zertifikate enthalten zusätzlich die wichtigsten Terpene, die Duft und Geschmack prägen.

Öl oder Blüten: die Produktformen im Vergleich

CBG Öl und CBG Blüten unterscheiden sich vor allem in der Herstellung: Ein Öl enthält einen Extrakt in einem Trägeröl, bei Blüten handelt es sich um getrocknetes Pflanzenmaterial mit dem natürlichen Spektrum an Cannabinoiden und Terpenen. Die Angaben im Zertifikat beziehen sich deshalb bei Blüten auf den Anteil am Gewicht der Blüte, bei Ölen auf den Gehalt im Produkt. Für Extrakte zum Verzehr gilt in der EU das Novel-Food-Recht, eine Zulassung für CBG als Lebensmittel gibt es nicht. Hier geht es zu den Erfahrungen mit CBG.


 

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die CBG-Produkte von CBDÍA sind keine Arzneimittel und werden ohne Verzehr- oder Anwendungsempfehlung angeboten. Stand: September 2026.


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Häufige Fragen zu CBG (Cannabigerol)

CBG ist die Abkürzung für Cannabigerol, ein natürlich vorkommendes Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Die Bezeichnung setzt sich aus “Cannabi-“ (Cannabis) und “-gerol” (chemische Stoffklasse) zusammen.

Nein. Obwohl beide Cannabinoide aus der gleichen Pflanze stammen und nicht psychoaktiv sind, handelt es sich um unterschiedliche Verbindungen. CBG ist die biochemische Vorstufe von CBD: In der Pflanze wird Cannabigerolsäure zu Cannabidiolsäure umgewandelt, die dann zu CBD wird.

Nein. CBG ist nicht psychoaktiv und erzeugt keinen Rausch. Im Unterschied zu THC bindet Cannabigerol nicht in einer Weise an CB1-Rezeptoren, die einen berauschenden Effekt auslösen würde.

Die geringe Konzentration von CBG in reifen Hanfpflanzen (oft unter 1%) macht es zu einem seltenen Cannabinoid. Während des Pflanzenwachstums wird der Großteil der Cannabigerolsäure in andere Cannabinoide umgewandelt. Für höhere CBG-Mengen sind spezielle Züchtungen oder frühe Ernten erforderlich.

CBG-Produkte aus Nutzhanf werden in Deutschland wie CBD-Produkte eingeordnet: Als Nutzhanf gilt Hanf aus zertifiziertem Saatgut von Sorten des EU-Sortenkatalogs oder mit höchstens 0,3 Prozent THC, jeweils nur für gewerbliche oder wissenschaftliche Zwecke ohne Missbrauch zu Rauschzwecken (§ 1 Nr. 9 KCanG). CBG selbst ist nicht im Betäubungsmittelgesetz gelistet. Für Produkte zum Verzehr gelten zusätzlich die Novel-Food-Regeln. Ob ein konkretes CBG-Produkt die Grenzen einhält, zeigt das Laborzertifikat der Charge. Keine Rechtsberatung, Stand: September 2026.

CBG wird aus Hanfpflanzen extrahiert, typischerweise durch CO₂-Extraktion oder Ethanol-Extraktion. Um hohe CBG-Konzentrationen zu erhalten, werden entweder spezielle CBG-reiche Hanfsorten angebaut oder die Pflanzen früh geerntet, bevor die Umwandlung in andere Cannabinoide abgeschlossen ist.

Es gibt keinen Unterschied, CBG ist lediglich die Abkürzung für Cannabigerol. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Cannabinoid.

Ja, CBG kommt auch in den Blättern vor, allerdings in deutlich geringerer Menge als in den Blüten. Wie alle Cannabinoide entsteht CBG in den Harzdrüsen, den Trichomen, und die sitzen am dichtesten auf den weiblichen Blütenständen und den kleinen Blättern direkt daran. Große Fächerblätter und Stängel tragen nur wenige Trichome und damit wenig CBG. Deshalb werden CBG Blüten aus den Blütenständen gewonnen, nicht aus dem Blattmaterial.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. The Origin and Biomedical Relevance of Cannabigerol (Int J Mol Sci 23(14):7929, DOI 10.3390/ijms23147929), MDPI, International Journal of Molecular Sciences (2022)Stützt, dass CBG aus Cannabigerolsäure (CBGA) hervorgeht, CBGA die Vorstufe weiterer Cannabinoide ist und Synthasen CBGA zu CBDA, THCA und CBCA umwandeln; CBG kommt in deutlich kleineren Mengen vor als CBD.
  2. Decarboxylation Study of Acidic Cannabinoids (Cannabis Cannabinoid Res 1(1), DOI 10.1089/can.2016.0020), Cannabis and Cannabinoid Research, Mary Ann Liebert (2016)Stützt, dass die sauren Cannabinoide THCA, CBDA und CBGA unter Wärme oder Licht decarboxylieren und so in ihre neutralen Formen übergehen.
  3. Cannabigerol Action at Cannabinoid CB1 and CB2 Receptors and at CB1-CB2 Heteroreceptor Complexes (DOI 10.3389/fphar.2018.00632), Frontiers in Pharmacology (2018)Stützt, dass CBG an CB1- und CB2-Rezeptoren bindet, als nicht psychotrop beschrieben wird und in einigen Nutzhanfsorten in höheren Anteilen vorkommt.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.