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Cannabigerol ist ein natürlich vorkommendes Phytocannabinoid, das ausschließlich in der Cannabispflanze gebildet wird und keine berauschenden Eigenschaften besitzt. Die Abkürzung CBG steht dabei für den wissenschaftlichen Namen des Moleküls.
Die Bezeichnung “Mutter aller Cannabinoide” verdankt CBG seiner biochemischen Funktion: In der jungen Hanfpflanze entsteht zunächst Cannabigerolsäure (CBGA), die als Vorstufe für die Bildung anderer Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) oder Tetrahydrocannabinol (THC) dient. Ohne diese Ausgangsverbindung könnte die Pflanze keine weiteren Cannabinoide synthetisieren.
Die chemische Struktur von Cannabigerol unterscheidet sich deutlich von psychoaktiven Substanzen wie THC. Während THC an bestimmte Rezeptoren im Gehirn bindet und dadurch einen Rausch auslöst, interagiert CBG auf andere Weise mit dem Endocannabinoid-System des Körpers – ohne vergleichbare psychoaktive Effekte.
Im Vergleich zu den über 200 bekannten Cannabinoiden der Cannabis-Pflanze zählt CBG zu den sogenannten “Minor Cannabinoids”. Diese Bezeichnung bezieht sich nicht auf die Bedeutung, sondern auf die geringe Konzentration: In reifen Cannabispflanzen macht CBG typischerweise weniger als 1% der Gesamtcannabinoide aus, da es während des Reifungsprozesses in andere Verbindungen umgewandelt wird.

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die mit dem Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers interagieren – und CBG nimmt dabei als Vorläufersubstanz eine Sonderstellung ein.
Um die Rolle von CBG zu verstehen, hilft ein Blick auf die Pflanzenbotanik: In der frühen Wachstumsphase produziert die Hanfpflanze zunächst Cannabigerolsäure (CBGA). Diese Säure-Form ist der eigentliche biochemische Ausgangspunkt. CBGA wird durch spezifische Enzyme in THCA (Tetrahydrocannabinolsäure), CBDA (Cannabidiolsäure) und CBCA umgewandelt.
Der Übergang von CBGA zu CBG erfolgt durch einen Prozess namens Decarboxylierung. Dabei wird durch Wärmeeinwirkung – etwa durch Sonnenlicht oder den Trocknungsprozess – eine Carboxylgruppe abgespalten. Das Ergebnis ist das neutrale Cannabinoid CBG, wie es in Produkten vorkommt.
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Substanz |
Form |
Funktion |
|---|---|---|
|
CBGA |
Säure |
Ursprüngliche Vorstufe |
|
CBG |
Neutral |
Aktives Cannabinoid |
|
CBDA/THCA |
Säuren |
Folge-Cannabinoide |
In reifen Hanfpflanzen findet sich CBG nur in geringen Mengen, weil der Großteil bereits in andere Cannabinoide umgewandelt wurde. Diese Transformation ist ein natürlicher Bestandteil des Pflanzenwachstums: CBGA leitet Energie für die Harz- und Samenproduktion in die Blüten und regt dabei den programmierten Zelltod in den Blättern an.
Als Phytocannabinoid – also ein pflanzliches Cannabinoid – unterscheidet sich CBG von den körpereigenen Endocannabinoiden, die der menschliche Körper selbst produziert. Beide Substanzklassen können jedoch mit denselben Rezeptoren interagieren.
CBG unterscheidet sich von CBD und THC sowohl in seiner biochemischen Struktur als auch in seiner Funktion innerhalb der Pflanze – vor allem aber in der Tatsache, dass es deren gemeinsame Vorstufe darstellt.
Der Unterschied zwischen CBG und CBD beginnt bereits auf molekularer Ebene: Obwohl beide aus derselben Pflanze stammen und nicht psychoaktiv sind, besitzen sie unterschiedliche chemische Strukturen. CBG ist praktisch die Vorstufe zu CBD. Während des Reifungsprozesses wird Cannabigerolsäure enzymatisch in Cannabidiolsäure umgewandelt, die später zu CBD wird.
Die Abgrenzung zu THC ist noch deutlicher: THC bindet stark an CB1-Rezeptoren im Gehirn und erzeugt dadurch den bekannten Rausch. CBG interagiert zwar ebenfalls mit CB1- und CB2-Rezeptoren, jedoch mit wesentlich geringerer Affinität und ohne psychoaktive Auswirkungen. Du kannst CBG einnehmen, ohne einen “High”-Effekt zu erleben.
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Eigenschaft |
CBG |
CBD |
THC |
|---|---|---|---|
|
Psychoaktiv |
Nein |
Nein |
Ja |
|
Konzentration in reifer Pflanze |
Gering (<1%) |
Mittel-Hoch |
Variabel |
|
Biochemische Rolle |
Vorläufer |
Endprodukt |
Endprodukt |
|
Rechtsstatus (DE) |
Legal (<0,3% THC) |
Legal (<0,3% THC) |
Kontrolliert |
Als Vorläufer-Cannabinoid nimmt CBG eine einzigartige Rolle ein: Ohne Cannabigerol und seine Säureform CBGA würden weder CBD noch THC in der Pflanze entstehen. Diese Funktion als “Stammzelle” macht Cannabigerol für die Forschung besonders interessant, da das Verständnis seiner Umwandlungsprozesse Auswirkungen auf die Züchtung und Kultivation von Cannabis haben könnte. Mehr erfahren zum Unterschied von CBD vs CBG.
CBG ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich – von Ölen über Blüten bis hin zu Kapseln –, die sich in Zusammensetzung, Konzentration und Anwendung unterscheiden.
CBG Öl besteht aus Cannabigerol-Extrakt, der in einem Trägeröl gelöst wurde. Als Trägeröle kommen häufig Hanfsamenöl, MCT-Öl oder Olivenöl zum Einsatz. Die Qualität des Öls hängt von mehreren Faktoren ab: dem Extraktionsverfahren, der Reinheit des CBG-Extrakts und der Qualität des verwendeten Trägeröls. Mehr erfahren über CBG Öle.
CBG Blüten sind Hanfblüten von speziell gezüchteten Cannabispflanzen, die einen besonders hohen CBG-Anteil aufweisen. Um hohe Cannabigerol-Konzentrationen zu erreichen, werden diese Pflanzen oft früher geerntet – bevor ein Großteil des CBG in andere Cannabinoide umgewandelt wird.
Bei CBG-Produkten unterscheidet man zwischen:
CBG Isolat: Reines Cannabigerol ohne andere Cannabinoide
Vollspektrum-Produkte: Enthalten das gesamte Phytocannabinoid-Spektrum der Pflanze, einschließlich CBD, CBC (Cannabichromen), CBN (Cannabinol) und weiterer Inhaltsstoffe
Breitspektrum-Produkte: Vollspektrum ohne THC
Die Kombination verschiedener Cannabinoide in Vollspektrum-Produkten wird oft bevorzugt, da die verschiedenen Bestandteile synergistisch zusammenwirken können.

CBG kommt natürlicherweise in allen Cannabis- und Hanfsorten vor, jedoch in deutlich geringeren Mengen als CBD oder THC – weshalb spezielle Züchtungen und frühe Erntezeitpunkte für die Gewinnung entscheidend sind.
In herkömmlichen Hanfpflanzen beträgt die CBG-Konzentration bei der Ernte oft weniger als 1%. Der Grund: Während des Reifungsprozesses wandelt die Pflanze den Großteil des CBGA in THCA, CBDA und andere Säuren um. Wärme und Sonnenlicht beschleunigen diese Transformation zusätzlich.
Die höchsten CBG-Konzentrationen finden sich in jungen Cannabispflanzen, etwa 6–8 Wochen nach Beginn der Blütephase. Zu diesem Zeitpunkt hat die enzymatische Umwandlung noch nicht vollständig stattgefunden. Eine frühe Ernte sichert höhere CBG-Mengen, bedeutet jedoch oft geringere Gesamterträge.
Durch gezielte Forschung und Züchtung wurden inzwischen Hanfsorten entwickelt, die:
Höhere CBGA-Produktion aufweisen
Langsamere Enzymaktivität zeigen
CBG-Konzentrationen von bis zu 15% erreichen können
Die gängigsten Methoden zur CBG-Gewinnung umfassen:
CO₂-Extraktion: Gilt als besonders schonend und erzeugt reine Extrakte
Ethanol-Extraktion: Kosteneffizienter, aber mit potenziellen Rückständen
Lipid-Extraktion: Verwendet Fette als Lösungsmittel
Der hohe Aufwand bei Anbau, früher Ernte und schonender Extraktion erklärt, warum CBG-Produkte oft einen höheren Preis haben als vergleichbare CBD-Produkte.

Die Anwendung von CBG erfolgt typischerweise über orale Einnahme, sublingual oder durch Inhalation – wobei die Dosierung individuell angepasst werden sollte und von der Produktform abhängt.
|
Produktart |
Anwendung |
Besonderheiten |
|---|---|---|
|
CBG Öl |
Sublingual (unter die Zunge) |
Schnelle Aufnahme über Mundschleimhaut |
|
Kapseln |
Oral mit Wasser |
Einfache Dosierung, verzögerte Aufnahme |
|
CBG Blüten |
Verdampfen/Vaporisieren |
Schnellste Aufnahme, dosierungsintensiv |
|
Topische Produkte |
Auf die Haut |
Lokale Anwendung |
Die richtige CBG-Dosierung ist individuell und hängt von Faktoren wie Körpergewicht, Verträglichkeit und dem gewünschten Anwendungszweck ab. Ein bewährter Ansatz ist das “Start low, go slow”-Prinzip:
Beginne mit einer niedrigen Dosis (z.B. 5–10 mg CBG)
Beobachte die Verträglichkeit über mehrere Tage
Erhöhe die Dosis schrittweise bei Bedarf
Die Verwendung von CBG Öl ermöglicht eine präzisere Dosierung durch die Tropfenform. CBG Blüten bieten hingegen das vollständige Spektrum an Pflanzenstoffen, erfordern aber mehr Erfahrung bei der Dosierung. Hier geht es zu den Erfahrungen mit CBG.
CBG ist die Abkürzung für Cannabigerol, ein natürlich vorkommendes Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Die Bezeichnung setzt sich aus “Cannabi-“ (Cannabis) und “-gerol” (chemische Stoffklasse) zusammen.
Nein. Obwohl beide Cannabinoide aus der gleichen Pflanze stammen und nicht psychoaktiv sind, handelt es sich um unterschiedliche Verbindungen. CBG ist die biochemische Vorstufe von CBD – in der Pflanze wird Cannabigerolsäure zu Cannabidiolsäure umgewandelt, die dann zu CBD wird.
Nein. CBG ist nicht psychoaktiv und erzeugt keinen Rausch. Im Unterschied zu THC bindet Cannabigerol nicht in einer Weise an CB1-Rezeptoren, die einen berauschenden Effekt auslösen würde.
Die geringe Konzentration von CBG in reifen Hanfpflanzen (oft unter 1%) macht es zu einem seltenen Cannabinoid. Während des Pflanzenwachstums wird der Großteil der Cannabigerolsäure in andere Cannabinoide umgewandelt. Für höhere CBG-Mengen sind spezielle Züchtungen oder frühe Ernten erforderlich.
CBG-Produkte aus Nutzhanf mit einem THC-Gehalt unter 0,3% sind in Deutschland legal erhältlich, insofern sie aus zertifizierten Nutzhanfsamen des EU-Sortenkataloges stammen.
CBG wird aus Hanfpflanzen extrahiert, typischerweise durch CO₂-Extraktion oder Ethanol-Extraktion. Um hohe CBG-Konzentrationen zu erhalten, werden entweder spezielle CBG-reiche Hanfsorten angebaut oder die Pflanzen früh geerntet, bevor die Umwandlung in andere Cannabinoide abgeschlossen ist.
Es gibt keinen Unterschied – CBG ist lediglich die Abkürzung für Cannabigerol. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe Cannabinoid.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zur Anwendung von CBG konsultiere bitte einen Arzt oder Apotheker.