Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Borneol: Terpenalkohol mit kampferartigem Duft

Jona Decker von Jona Decker3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Borneol ist ein bicyclischer Monoterpenalkohol mit der Summenformel C10H18O.
  • Es riecht kampferartig und harzig nach Kiefer.
  • Ingwer, Thymian, Lorbeer, Koriandersamen und Zitrusschalen enthalten Borneol, auch Hanf bildet es.
  • Bei Raumtemperatur ist es fest, der Siedepunkt liegt bei etwa 212 °C.
  • In Hanf zählt es zu den Nebenterpenen und fehlt deshalb in vielen Profilen.
Ingwerwurzel, Thymianzweige und Lorbeerblätter neben einer getrockneten Hanfblüte auf Leinen

Auf einen Blick

Du bist in einem Terpenprofil oder auf einer Zutatenliste auf Borneol gestoßen. Der Beitrag erklärt, was der Stoff chemisch ist, wie er riecht, wo er vorkommt und warum er in Hanf selten ausgewiesen wird. Danach kannst du die Angabe in einem Sortenprofil einordnen.

Borneol ist ein Monoterpenalkohol, ein natürlicher Duftstoff mit kampferartigem, an Kiefernharz erinnerndem Geruch. Er kommt in Ingwer, Thymian, Lorbeer, Koriandersamen und den Schalenölen von Zitrusfrüchten vor, und auch für Hanf ist er beschrieben.

Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Borneol chemisch ist, wie es riecht, wo es vorkommt und wie du die Angabe in einem Terpenprofil einordnest. Den Überblick über die Aromastoffe der Hanfpflanze gibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Sorten mit ausgewiesenem Profil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Laborzertifikat zur Charge.

Borneol im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt

Chemisch ist Borneol ein bicyclisches Monoterpenoid: ein Gerüst aus zwei verbundenen Kohlenstoffringen, an dem eine Alkoholgruppe sitzt. Die Summenformel lautet C10H18O, dieselbe wie bei Linalool, das aber offenkettig gebaut ist. Anders als die meisten Terpene ist Borneol bei Raumtemperatur fest. Die Stoffdatenbank PubChem beschreibt es als weiße Kristalle, die bei 212 °C sieden und sublimieren können, also direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergehen.

Stoffklasse Monoterpenalkohol (bicyclisches Monoterpenoid)
Summenformel C10H18O
Duft kampferartig, harzig nach Kiefer, holzig-balsamisch
Vorkommen in der Natur Ingwer, Thymian, Lorbeer, Koriandersamen, Zitrusschalen, Lavendel, Kieferngewächse, Hanf
Zustand bei Raumtemperatur fest, weiße Kristalle
Siedepunkt etwa 212 °C (Quelle: PubChem, Hawley's Condensed Chemical Dictionary)

Zwei Spiegelbild-Formen und ein enger Verwandter

Borneol gibt es in zwei spiegelbildlichen Formen, die beide in der Natur vorkommen. Laut PubChem ist L-Borneol die häufigere: Sie ist typisch für Korbblütler, Gräser und fast alle Kieferngewächse. D-Borneol ist kennzeichnend für Zypressen- und Ingwergewächse sowie für Lavendelöle. In Terpenprofilen wird diese Unterscheidung selten gemacht, dort steht meist nur der Name Borneol.

Eng verwandt ist Kampfer, der ähnlich gebaut ist und ähnlich riecht. PubChem hält fest, dass Borneol weniger flüchtig ist als Kampfer. Trotz der Nähe sind es zwei eigene Stoffe, die ein Labor getrennt bestimmt und getrennt ausweist.

Wo kommt der Duftstoff vor?

Borneol ist weit verbreitet: PubChem verweist auf Nachweise in über 260 Pflanzen. Genannt werden unter anderem die Schalenöle von Orange, Zitrone und Limette, Zimtblätter, Ingwer, Koriandersamen, Lorbeer, Basilikum und Thymian. Weil auch Kieferngewächse Borneol bilden, überrascht der harzige Geruch nicht. Er erinnert an Pinen, den typischen Duftstoff der Kiefer.

Genutzt wird Borneol vor allem als Duft- und Aromastoff. PubChem nennt die Parfümerie, Räucherwerk und Lebensmittelaromen als Einsatzgebiete; in Seifen und Waschmitteln steht es für holzige, kampferartige und kiefernartige Noten. Der Name begegnet dir deshalb auch außerhalb von Pflanzen, etwa bei parfümierten Produkten.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Auch die Hanfpflanze bildet Borneol. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 führt es unter den sekundären Terpenen von Cannabis. Gemeint sind Stoffe, die nach Masse in geringerer Konzentration vorkommen als die häufigen Vertreter Myrcen, Beta-Caryophyllen oder Limonen. Den Duft von Borneol beschreibt die Arbeit als holzig-balsamisch.

Die Autoren weisen darauf hin, dass solche Nebenterpene in Analysen oft nicht berichtet werden, unter anderem weil Referenzmaterial fehlt. Fehlt Borneol in einem Profil, heißt das also nicht zwingend, dass die Blüte keines enthält. Oft wurde es schlicht nicht gemessen oder nicht aufgeführt.

Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Borneol derzeit bei keiner Sorte (Stand Oktober 2026). Dort stehen die häufigeren Stoffe vorn. Jede Angabe gilt für eine Charge: Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt an flüchtigen Stoffen. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite.

Was die Forschung untersucht

Borneol ist Gegenstand pharmakologischer Forschung, die Übersichtsarbeit von 2022 fasst den Stand zusammen. Für das Zusammenspiel der Pflanzenstoffe von Cannabis hält sie fest, dass die Forschung noch am Anfang steht. Aus dem Nachweis von Borneol in einer Blüte folgt deshalb keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: Oktober 2026.


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Häufige Fragen zu Borneol

Nein. Borneol und Kampfer sind ähnlich gebaut und riechen ähnlich, es sind aber zwei eigene Stoffe. Die Stoffdatenbank PubChem beschreibt Borneol als weniger flüchtig als Kampfer. In einem Terpenprofil stehen beide deshalb als getrennte Werte.

Borneol riecht kampferartig und harzig, ähnlich wie Kiefernnadeln. Eine Übersichtsarbeit zu Cannabis aus dem Jahr 2022 beschreibt den Duft als holzig-balsamisch. In der Parfümerie steht Borneol für holzige, kampferartige und kiefernartige Noten.

Borneol ist für über 260 Pflanzen beschrieben. Dazu gehören Ingwer, Thymian, Lorbeer, Basilikum, Koriandersamen, Zimtblätter, Lavendel, Kieferngewächse und die Schalenöle von Orange, Zitrone und Limette. Auch Hanf bildet Borneol, meist in geringer Menge.

Borneol ist Gegenstand pharmakologischer Forschung, eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 fasst den Stand zusammen. Für das Zusammenspiel der Pflanzenstoffe von Cannabis hält sie fest, dass die Forschung noch am Anfang steht. Eine Wirkung beim Menschen lässt sich aus einem Terpenprofil nicht ableiten.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. Borneol (CID 64685), Abschnitte Record Description, Experimental Properties und Natural Occurring Sources, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C10H18O, die Einordnung als bicyclisches Monoterpenoid mit Hydroxygruppe, die Beschreibung als weiße Kristalle mit kiefern- und kampferartigem Geruch, den Siedepunkt von 212 °C (nach Hawley's Condensed Chemical Dictionary), die Sublimation und die geringere Flüchtigkeit gegenüber Kampfer, das Vorkommen in Zitrusschalenölen, Zimtblättern, Ingwer, Koriandersamen, Lorbeer, Basilikum, Thymian, Lavendel und Kieferngewächsen, die beiden natürlichen Formen D- und L-Borneol, den Nachweis in über 260 Pflanzen und die Verwendung als Duft- und Aromastoff.
  2. Secondary Terpenes in Cannabis sativa L.: Synthesis and Synergy (Biomedicines 10(12):3142, DOI 10.3390/biomedicines10123142), Chacon, Raup-Konsavage, Vrana, Kellogg; Biomedicines (2022)Stützt das Vorkommen von Borneol in Cannabis sativa, die Beschreibung des Dufts als holzig-balsamisch, die strukturelle Ähnlichkeit mit Kampfer, die Einordnung als sekundäres Terpen mit geringerer Konzentration, den Hinweis, dass solche Stoffe mangels Referenzmaterial oft nicht berichtet werden, und die Aussage, dass die Forschung zum Zusammenspiel der Pflanzenstoffe noch am Anfang steht.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.