Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Linalool: blumiger Duft aus Lavendel und Hanf

Jona Decker von Jona Decker29.09.2026 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Linalool ist ein Monoterpenalkohol mit der Summenformel C10H18O.
  • Es riecht blumig, frisch und leicht holzig.
  • Lavendel, Basilikum, Bergamotte und Koriander enthalten viel Linalool, auch Hanf bildet es.
  • Der Siedepunkt liegt bei etwa 198 °C.
  • Die Forschung beruht überwiegend auf vorklinischen Studien.
Lavendelstrauß mit Bastschnur neben einer getrockneten Hanfblüte auf Leinen

Auf einen Blick

Du kennst Linalool vielleicht von einer Zutatenliste oder aus einem Terpenprofil. Der Beitrag erklärt, was der Stoff chemisch ist, wo er vorkommt, wie er riecht und was die Forschung dazu sagt. Danach kannst du die Angabe in einem Sortenprofil einordnen.

Linalool ist ein Monoterpenalkohol, ein natürlicher Duftstoff mit blumigem, frischem Geruch, den die meisten aus Lavendel kennen. Auch Basilikum, Bergamotte, Koriander und Hanf bilden Linalool; als Duftstoff steht es auch auf Zutatenlisten von Parfüm und Kosmetik.

Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Linalool chemisch ist, wo es vorkommt, wie es riecht und wie du es in einem Terpenprofil liest. Das Zusammenspiel aller Aromastoffe der Hanfpflanze beschreibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Sorten mit blumigem Profil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Laborzertifikat zur Charge.

Linalool im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt

Chemisch ist Linalool ein offenkettiges Monoterpenoid mit einer Alkoholgruppe, ein tertiärer Alkohol mit der Summenformel C10H18O. Das Sauerstoffatom unterscheidet es von reinen Kohlenwasserstoffen wie Myrcen, mit dem es das Kohlenstoffgerüst teilt. Laut der Stoffdatenbank PubChem siedet Linalool bei 198 °C unter Normaldruck.

Stoffklasse Monoterpenalkohol (Monoterpenoid)
Summenformel C10H18O
Duft blumig, frisch, leicht holzig
Vorkommen in der Natur Lavendel, Basilikum, Bergamotte, Koriander, Hanf
Siedepunkt etwa 198 °C bei Normaldruck (Quelle: PubChem, CRC Handbook)
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Blüten Purple Haze und Lucky Dude; CBD Hasch Frozen Beldia und Vanilla Cream

Terpen oder Terpenoid: was der Unterschied bedeutet

Streng genommen ist Linalool kein reines Terpen, sondern ein Terpenoid. Reine Terpene wie Myrcen, Limonen oder Pinen bestehen nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Terpenoide sind abgewandelte Terpene, die zusätzlich Sauerstoff enthalten, bei Linalool in Form einer Alkoholgruppe. Im Alltag und in Terpenprofilen werden beide Gruppen meist zusammen als Terpene bezeichnet.

Die Sauerstoffgruppe verändert die Eigenschaften spürbar: Linalool siedet mit etwa 198 °C höher als Myrcen mit etwa 167 °C, obwohl beide dasselbe Kohlenstoffgerüst haben, und es riecht blumig statt krautig. Für Terpenprofile heißt das: Linalool steht dort neben den reinen Terpenen, gehört chemisch aber zu einer eigenen Untergruppe.

Wo kommt der Duftstoff vor?

Linalool ist in aromatischen Pflanzen weit verbreitet. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 nennt Lavendel, Basilikum, Bergamotte und Eukalyptus als Pflanzen mit viel Linalool. Wie bei Limonen gibt es zwei spiegelbildliche Formen, die unterschiedlich riechen: Die in Lavendel und Basilikum häufige Form duftet kräftig blumig, frisch und holzig, die andere zarter und süßlicher.

Die Stoffdatenbank PubChem führt Linalool als Bestandteil ätherischer Öle und als Duftstoff. Deshalb begegnet dir der Name auch außerhalb von Pflanzen, etwa auf den Zutatenlisten von Parfüm und Kosmetik.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Auch Hanf bildet Linalool in den Drüsenhaaren seiner Blüten. Meist steht es im Terpenprofil nicht ganz vorn; dort dominieren oft Myrcen, Pinen oder Beta-Caryophyllen. Manche Sorten zeigen aber einen deutlichen Linalool-Anteil, die Übersichtsarbeit von 2021 nennt dafür einzelne Cannabis-Chemovare. Im Profil steht Linalool für die blumige, lavendelartige Note, die erdige und würzige Töne weicher macht.

Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Linalool etwa bei den Blüten Purple Haze und Lucky Dude und bei den Hasch-Sorten Frozen Beldia und Vanilla Cream. Allein steht es dort nie: Bei den Hasch-Sorten folgt es auf Myrcen oder Beta-Caryophyllen, bei den Blüten auf Terpinolen, Eucalyptol oder Bisabolol. Erst diese Kombination entscheidet, ob ein Aroma eher erdig, frisch oder weich und blumig wirkt.

Die Angabe gilt immer für eine Charge. Linalool ist flüchtig, Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite.

Was die Forschung untersucht

Linalool ist Gegenstand vieler Labor- und Tierstudien, vor allem zu Fragen des Nervensystems. Die Übersichtsarbeit von 2021 fasst zusammen, dass die Belege überwiegend vorklinisch sind und gut angelegte Studien am Menschen fehlen. Aus dem Nachweis von Linalool in einer Blüte oder einem Öl folgt deshalb keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.


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Häufige Fragen zu Linalool

Nein. Lavendelöl ist ein Gemisch aus vielen Stoffen, Linalool ist einer seiner Hauptbestandteile. Daneben enthält Lavendelöl weitere Terpene und Ester, die den Duft mitprägen. Linalool kommt außerdem in Basilikum, Bergamotte, Koriander und Hanf vor.

Ja, chemisch ist Linalool ein tertiärer Alkohol. Es gehört zu den Monoterpenoiden, also zu den Terpenen mit einer sauerstoffhaltigen Gruppe, und hat die Summenformel C10H18O. Mit Trinkalkohol hat Linalool nichts zu tun, der Begriff beschreibt nur die chemische Gruppe.

Linalool wird in Labor- und Tierstudien untersucht, vor allem zu Fragen des Nervensystems. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 hält fest, dass die Belege überwiegend vorklinisch sind und gut angelegte Studien am Menschen fehlen. Eine Wirkung beim Menschen ist damit nicht belegt.

Linalool riecht blumig, frisch und leicht holzig, typisch für Lavendel. Die beiden Spiegelbild-Formen riechen unterschiedlich: Die in Lavendel und Basilikum häufige Form duftet kräftiger blumig, die andere zarter und süßlicher. In Hanf mildert Linalool erdige und würzige Noten ab.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. Linalool (CID 6549), Abschnitte Boiling Point und Description, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C10H18O, die Einordnung als Monoterpenoid und tertiärer Alkohol, die Verwendung als Duftstoff und den Siedepunkt von 198 °C bei Normaldruck nach dem CRC Handbook of Chemistry and Physics.
  2. A Review of the Potential Use of Pinene and Linalool as Terpene-Based Medicines for Brain Health (Front Psychiatry 12:583211, DOI 10.3389/fpsyt.2021.583211), Weston-Green, Clunas, Jimenez Naranjo; Frontiers in Psychiatry (2021)Stützt das Vorkommen von Linalool in Lavendel, Basilikum und Bergamotte, den unterschiedlichen Duft der Enantiomere, das Vorkommen in Cannabis-Chemovaren und die Aussage, dass die Belege überwiegend vorklinisch sind.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.