Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Linalool: blumiger Duft aus Lavendel und Hanf

Jona Decker von Jona DeckerAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Linalool ist ein Monoterpenalkohol mit der Summenformel C10H18O.
  • Es riecht blumig, frisch und leicht holzig.
  • Lavendel, Basilikum, Bergamotte und Koriander enthalten viel Linalool, auch Hanf bildet es.
  • Der Siedepunkt liegt bei etwa 198 °C.
  • Die Forschung beruht überwiegend auf vorklinischen Studien.
Lavendelstrauß mit Bastschnur neben einer getrockneten Hanfblüte auf Leinen

Auf einen Blick

Du kennst Linalool vielleicht von einer Zutatenliste oder aus einem Terpenprofil. Der Beitrag erklärt, was der Stoff chemisch ist, wo er vorkommt, wie er riecht und was die Forschung dazu sagt. Danach kannst du die Angabe in einem Sortenprofil einordnen.

Linalool ist ein Monoterpenalkohol, ein natürlicher Duftstoff mit blumigem, frischem Geruch, den die meisten aus Lavendel kennen. Auch Basilikum, Bergamotte, Koriander und Hanf bilden Linalool; als Duftstoff steht es auch auf Zutatenlisten von Parfüm und Kosmetik.

Dieser Glossar-Beitrag erklärt, was Linalool chemisch ist, wo es vorkommt, wie es riecht und wie du es in einem Terpenprofil liest. Das Zusammenspiel aller Aromastoffe der Hanfpflanze beschreibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Sorten mit blumigem Profil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Laborzertifikat zur Charge.

Linalool im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt

Chemisch ist Linalool ein offenkettiges Monoterpenoid mit einer Alkoholgruppe, ein tertiärer Alkohol mit der Summenformel C10H18O. Das Sauerstoffatom unterscheidet es von reinen Kohlenwasserstoffen wie Myrcen, mit dem es das Kohlenstoffgerüst teilt. Laut der Stoffdatenbank PubChem siedet Linalool bei 198 °C unter Normaldruck.

Stoffklasse Monoterpenalkohol (Monoterpenoid)
Summenformel C10H18O
Duft blumig, frisch, leicht holzig
Vorkommen in der Natur Lavendel, Basilikum, Bergamotte, Koriander, Hanf
Siedepunkt etwa 198 °C bei Normaldruck (Quelle: PubChem, CRC Handbook)
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Blüte Lucky Dude; CBD Hasch Frozen Beldia und Vanilla Cream

Was bedeutet der Siedepunkt von 198°C beim Erhitzen?

Der Siedepunkt beschreibt, ab welcher Temperatur ein Stoff unter Normaldruck vollständig in die Gasphase übergeht. Verdunsten kann ein flüchtiger Duftstoff schon weit darunter, deshalb riechst du Lavendel auch bei Zimmertemperatur. Im Vergleich liegt Linalool mit 198°C über Myrcen mit 167°C und Limonen mit rund 178°C, aber deutlich unter Beta-Caryophyllen mit 256 bis 259°C.

Technisch heißt das: Wird eine Hanfblüte erhitzt, gehen ihre Terpene nicht alle auf einmal in die Luft über, sondern gestaffelt nach ihrer Flüchtigkeit. Die kleinen, reinen Monoterpene folgen früher, der Terpenalkohol später, das schwerere Sesquiterpen zuletzt. Eine Empfehlung für eine bestimmte Temperatur ergibt sich daraus nicht; die Werte erklären nur, warum sich ein Aroma beim Erwärmen verändert.

Terpen oder Terpenoid: was der Unterschied bedeutet

Streng genommen ist Linalool kein reines Terpen, sondern ein Terpenoid. Reine Terpene wie Myrcen, Limonen oder Pinen bestehen nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Terpenoide sind abgewandelte Terpene, die zusätzlich Sauerstoff enthalten, bei Linalool in Form einer Alkoholgruppe. Im Alltag und in Terpenprofilen werden beide Gruppen meist zusammen als Terpene bezeichnet.

Lavendelbund und Koriander auf einem Kalksteintisch, Linalool in der Natur

Die Sauerstoffgruppe verändert die Eigenschaften spürbar: Linalool siedet mit etwa 198 °C höher als Myrcen mit etwa 167 °C, obwohl beide dasselbe Kohlenstoffgerüst haben, und es riecht blumig statt krautig. Für Terpenprofile heißt das: Linalool steht dort neben den reinen Terpenen, gehört chemisch aber zu einer eigenen Untergruppe.

Wo kommt der Duftstoff vor?

Linalool ist in aromatischen Pflanzen weit verbreitet. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 nennt Lavendel, Basilikum, Bergamotte und Eukalyptus als Pflanzen mit viel Linalool. Wie bei Limonen gibt es zwei spiegelbildliche Formen, die unterschiedlich riechen: Die in Lavendel und Basilikum häufige Form duftet kräftig blumig, frisch und holzig, die andere zarter und süßlicher. Weitere Terpenalkohole im Glossar sind Nerolidol und Borneol.

Die Stoffdatenbank PubChem führt Linalool als Bestandteil ätherischer Öle und als Duftstoff. Deshalb begegnet dir der Name auch außerhalb von Pflanzen, etwa auf den Zutatenlisten von Parfüm und Kosmetik.

Wie heißt der Duftstoff auf Deutsch und chemisch korrekt?

Einen eigenen deutschen Namen gibt es nicht: Auch im Deutschen heißt der Stoff Linalool, und unter diesem Namen steht er auf Etiketten von Parfüm, Duschgel oder Creme. Der systematische Name nach IUPAC lautet laut PubChem 3,7-Dimethylocta-1,6-dien-3-ol. Er verrät den Bau: eine Kette aus acht Kohlenstoffatomen mit zwei Methylgruppen, zwei Doppelbindungen und einer Alkoholgruppe am dritten Kohlenstoffatom.

Zwei Spiegelbildformen und welche davon Hanf bildet

Weil das dritte Kohlenstoffatom vier verschiedene Partner trägt, existiert der Stoff in zwei spiegelbildlichen Formen, der (R)-(-)-Form und der (S)-(+)-Form. Die (S)-(+)-Form führt PubChem auch unter dem Namen Coriandrol. Welche Form überwiegt, hängt von der Pflanze ab.

Für Hanf hat eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 ätherische Öle aus fünf Nutzhanfsorten, darunter Finola und Carmagnola, auf ihre Spiegelbildformen geprüft. In den destillierten Ölen überwog in allen Sorten die (+)-Form, mit Anteilen zwischen rund 68 und 98%. Solche Messungen nutzen Kontrolllabore auch, um zu prüfen, ob ein ätherisches Öl naturbelassen oder nachträglich verändert ist.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Auch Hanf bildet Linalool in den Drüsenhaaren seiner Blüten. Meist steht es im Terpenprofil nicht ganz vorn; dort dominieren oft Myrcen, Pinen oder Beta-Caryophyllen. Manche Sorten zeigen aber einen deutlichen Linalool-Anteil, die Übersichtsarbeit von 2021 nennt dafür einzelne Cannabis-Chemovare. Im Profil steht Linalool für die blumige, lavendelartige Note, die erdige und würzige Töne weicher macht.

Hanfblüte mit Harzdrüsen neben einem Lavendelzweig, Linalool in Hanf

Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Linalool etwa bei der Blüte Lucky Dude und bei den Hasch-Sorten Frozen Beldia und Vanilla Cream. Allein steht es dort nie: Im Hasch Vanilla Cream steht es vor Myrcen, in Frozen Beldia folgt es auf Myrcen, bei der Blüte steht es neben Eucalyptol und Bisabolol. Erst diese Kombination entscheidet, ob ein Aroma eher erdig, frisch oder weich und blumig wirkt.

Die Angabe gilt immer für eine Charge. Linalool ist flüchtig, Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb zusammen mit Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent auf der Produktseite.

In welchen CBDÍA-Sorten steckt der blumige Duftstoff?

Laut den Terpenprofilen im Shop führen derzeit drei Sorten den Stoff unter ihren drei Leitterpenen. Bei der Blüte Lucky Dude steht er an erster Stelle. Bei den Hasch-Sorten sind es Frozen Beldia und Vanilla Cream, beide mit Myrcen und Beta-Caryophyllen im selben Profil.

Wie misst ein Labor den Anteil im Terpenprofil?

Terpene werden im Labor meist per Gaschromatografie bestimmt. Dabei wird eine Probe verdampft und durch eine lange, dünne Trennsäule geschickt; jeder Stoff braucht je nach Siedepunkt und Bau unterschiedlich lange hindurch und erscheint als eigener Ausschlag im Diagramm. Ein angeschlossenes Massenspektrometer erkennt den Stoff, ein Flammenionisationsdetektor liefert die Menge. Die Untersuchung von 2021 bestimmte so Identität und Menge der Duftstoffe in einem einzigen Messlauf und trennte mit einer speziellen Säule sogar die beiden Spiegelbildformen.

Zu jeder Charge führt CBDÍA ein Laborzertifikat, das du auf der Produktseite findest. Gesammelt stehen sie unter den Laborzertifikaten im Überblick.

Wie bleibt das Aroma bei der Lagerung erhalten?

Flüchtige Duftstoffe entweichen mit der Zeit, und Luftsauerstoff, Licht und Wärme können sie chemisch verändern. Für den Erhalt des Aromas gilt deshalb dasselbe wie bei Gewürzen oder Tee: luftdicht verschlossen, dunkel und kühl aufbewahren und das Gefäß nicht unnötig oft öffnen. So bleibt das Verhältnis der Terpene näher an dem, was das Profil der Charge beschreibt.

Was die Forschung untersucht

Linalool ist Gegenstand vieler Labor- und Tierstudien, vor allem zu Fragen des Nervensystems. Die Übersichtsarbeit von 2021 fasst zusammen, dass die Belege überwiegend vorklinisch sind und gut angelegte Studien am Menschen fehlen. Aus dem Nachweis von Linalool in einer Blüte oder einem Öl folgt deshalb keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.


Passende Blüten aus dem Shop

Alle Produkte anzeigen
Sale
Sale
Bestseller

Häufige Fragen zu Linalool

Nein. Lavendelöl ist ein Gemisch aus vielen Stoffen, Linalool ist einer seiner Hauptbestandteile. Daneben enthält Lavendelöl weitere Terpene und Ester, die den Duft mitprägen. Linalool kommt außerdem in Basilikum, Bergamotte, Koriander und Hanf vor.

Ja, chemisch ist Linalool ein tertiärer Alkohol. Es gehört zu den Monoterpenoiden, also zu den Terpenen mit einer sauerstoffhaltigen Gruppe, und hat die Summenformel C10H18O. Mit Trinkalkohol hat Linalool nichts zu tun, der Begriff beschreibt nur die chemische Gruppe.

Linalool wird in Labor- und Tierstudien untersucht, vor allem zu Fragen des Nervensystems. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 hält fest, dass die Belege überwiegend vorklinisch sind und gut angelegte Studien am Menschen fehlen. Eine Wirkung beim Menschen ist damit nicht belegt.

Linalool riecht blumig, frisch und leicht holzig, typisch für Lavendel. Die beiden Spiegelbild-Formen riechen unterschiedlich: Die in Lavendel und Basilikum häufige Form duftet kräftiger blumig, die andere zarter und süßlicher. In Hanf mildert Linalool erdige und würzige Noten ab.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. Linalool (CID 6549), Abschnitte Boiling Point und Description, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C10H18O, die Einordnung als Monoterpenoid und tertiärer Alkohol, die Verwendung als Duftstoff und den Siedepunkt von 198 °C bei Normaldruck nach dem CRC Handbook of Chemistry and Physics.
  2. A Review of the Potential Use of Pinene and Linalool as Terpene-Based Medicines for Brain Health (Front Psychiatry 12:583211, DOI 10.3389/fpsyt.2021.583211), Weston-Green, Clunas, Jimenez Naranjo; Frontiers in Psychiatry (2021)Stützt das Vorkommen von Linalool in Lavendel, Basilikum und Bergamotte, den unterschiedlichen Duft der Enantiomere, das Vorkommen in Cannabis-Chemovaren und die Aussage, dass die Belege überwiegend vorklinisch sind.
  3. Development of a Novel Microwave Distillation Technique for the Isolation of Cannabis sativa L. Essential Oil and Gas Chromatography Analyses for the Comprehensive Characterization of Terpenes and Terpenoids, Including Their Enantio-Distribution (Molecules 26(6):1588, DOI 10.3390/molecules26061588), Micalizzi, Alibrando, Vento, Trovato, Zoccali, Guarnaccia, Dugo, Mondello; Molecules (2021)Stützt die gaschromatografische Bestimmung von Identität und Menge der Terpene in ätherischen Ölen aus fünf Nutzhanfsorten in einem Messlauf, das Überwiegen der (+)-Form von Linalool in allen Sorten und den Einsatz der Enantiomeren-Analytik zur Echtheitsprüfung ätherischer Öle.
  4. Linalool, (+)- (CID 67179), Abschnitte Description und Synonyms, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt, dass (S)-Linalool das (S)-Enantiomer des Linalools ist und unter dem Synonym Coriandrol geführt wird.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.