Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Pinen: Alpha- und Beta-Pinen einfach erklärt

Jona Decker von Jona Decker29.09.2026 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Pinen ist ein zweiringiges Monoterpen mit der Summenformel C10H16.
  • Es gibt zwei Formen: Alpha-Pinen und Beta-Pinen.
  • Pinen riecht harzig, frisch und nach Nadelwald.
  • Die Siedepunkte liegen bei etwa 156 °C (Alpha) und 166 °C (Beta).
  • Alpha- und Beta-Pinen gehören in Hanf zu den häufigsten Monoterpenen.
Kiefernzweig mit Zapfen neben einer getrockneten Hanfblüte auf hellem Leinen

Auf einen Blick

Du hast Pinen oder Alpha-Pinen in einem Terpenprofil entdeckt und willst wissen, was dahintersteckt. Der Beitrag erklärt den Unterschied zwischen Alpha- und Beta-Pinen, Duft, Vorkommen und Siedepunkt und ordnet den Forschungsstand ein.

Pinen ist ein Monoterpen mit harzigem, frischem Duft nach Nadelwald. Es kommt in zwei Formen vor, Alpha-Pinen und Beta-Pinen, die zu den am weitesten verbreiteten Terpenen überhaupt gehören: in Kiefern, Rosmarin, Salbei und auch in Hanf.

Der Glossar-Beitrag erklärt, was Pinen chemisch ist, worin sich die beiden Formen unterscheiden, wo sie vorkommen und wie du Pinen in einem Terpenprofil liest. Den Überblick über die Aromastoffe der Hanfpflanze gibt der Ratgeber Terpene in Cannabis. Sorten mit harzig-frischem Profil findest du bei unseren CBD Blüten, jede mit Laborzertifikat zur Charge.

Pinen im Steckbrief: Alpha- und Beta-Pinen

Pinen hat die Summenformel C10H16 und ein kompaktes Gerüst aus zwei verbundenen Ringen. Alpha- und Beta-Pinen unterscheiden sich nur in der Lage einer Doppelbindung, das reicht für einen unterschiedlichen Duft und Siedepunkt. Die Stoffdatenbank PubChem nennt für Alpha-Pinen 156 °C, für Beta-Pinen führt sie 166 °C, jeweils unter Normaldruck.

Stoffklasse Monoterpen (zweiringig)
Summenformel C10H16
Duft Alpha-Pinen harzig nach Kiefer, Beta-Pinen grüner und holziger
Vorkommen in der Natur Kiefer und andere Nadelhölzer, Wacholder, Rosmarin, Salbei, Pistazie, Hanf
Siedepunkt etwa 156 °C (Alpha-Pinen) und 166 °C (Beta-Pinen) bei Normaldruck (Quelle: PubChem)
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Blüten White Widow und Hulkberry; CBD Hasch Afghano und La Crème

Wo kommt der Duftstoff vor?

Der Name leitet sich von pinus ab, dem lateinischen Wort für Kiefer. Alpha- und Beta-Pinen sind Hauptbestandteile von Terpentinöl aus Kiefernharz und prägen den Duft von Nadelwäldern. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 beschreibt sie als die am weitesten verbreiteten Monoterpene und nennt neben Nadelhölzern Salbei, Rosmarin, Pistazie und Hanf. Auch Wacholder und Myrte enthalten viel Alpha-Pinen.

Im Sortiment von CBDÍA nennen die Terpenprofile Pinen etwa bei den Blüten White Widow und Hulkberry sowie bei den Hasch-Sorten Afghano und La Crème. Dort steht es neben Myrcen, Beta-Caryophyllen, Humulen, Camphen oder Terpinolen. Pinen sorgt in diesen Profilen für die frische, harzige Spitze über einer würzigen oder erdigen Grundnote.

Welche Rolle spielt es in Hanf?

Hanf bildet Pinen in den Drüsenhaaren der Blüten. In der untersuchten Nutzhanf-Sorte Finola gehörten (+)-Alpha-Pinen und (+)-Beta-Pinen zu den häufigsten Monoterpenen, zusammen mit Myrcen, Limonen und Terpinolen. Unter den größeren Sesquiterpenen stand Beta-Caryophyllen vorn.

Im Terpenprofil einer Sorte steht Pinen für die frische, harzige Note, die an Kiefernnadeln und Kräuter erinnert. Zusammen mit dem blumigen Linalool oder dem erdigen Myrcen ergibt sich das Gesamtaroma. Die Werte gelten jeweils für eine Charge, denn Pinen ist flüchtig und Anbau, Trocknung und Lagerung verändern den Gehalt. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb neben Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent.

Alpha oder Beta: welche Form steht im Profil?

Viele Terpenprofile nennen nur Pinen, ohne die Form anzugeben. Das ist verständlich, weil beide Formen in Hanf gemeinsam vorkommen und im Duft eng beieinanderliegen. Laboranalysen können sie aber trennen und weisen dann zwei Werte aus. Hilfreich für das Lesen eines Profils:

  • Alpha-Pinen steht für den klaren Harzduft von Kiefern.
  • Beta-Pinen riecht grüner und holziger.
  • Steht nur Pinen im Profil, sind meist beide Formen zusammengefasst.

Wie bei allen Terpenen gilt: Der Wert beschreibt eine bestimmte Charge. Zwei Chargen derselben Sorte können sich unterscheiden, weil Klima, Erntezeitpunkt und Trocknung den Gehalt an flüchtigen Stoffen verändern.

Was die Forschung untersucht

Alpha- und Beta-Pinen werden in vielen Labor- und Tierstudien untersucht. Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2019 und 2021 halten fest, dass nur wenige klinische Studien vorliegen und die Belege überwiegend vorklinisch sind. Aus dem Nachweis von Pinen in einer Blüte folgt deshalb keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma einer Sorte, nicht ihren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.


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Häufige Fragen zu Pinen

Alpha-Pinen und Beta-Pinen haben dieselbe Summenformel und dasselbe zweiringige Gerüst. Sie unterscheiden sich in der Lage einer Doppelbindung. Alpha-Pinen riecht klar nach Kiefernharz, Beta-Pinen etwas grüner und holziger; Alpha-Pinen siedet bei etwa 156 °C, Beta-Pinen bei etwa 166 °C.

Der Name Pinen leitet sich vom lateinischen pinus für Kiefer ab. Pinen ist Hauptbestandteil von Terpentinöl, das aus dem Harz von Kiefern gewonnen wird, und prägt den typischen Duft von Nadelwäldern.

Alpha- und Beta-Pinen sind die am weitesten verbreiteten Monoterpene. Sie stecken in Nadelhölzern wie Kiefer und Wacholder, in Rosmarin, Salbei, Pistazie und Myrte und auch in Hanf. Der Anteil schwankt je nach Pflanze und Sorte stark.

Nein. Alpha- und Beta-Pinen werden in vielen Labor- und Tierstudien untersucht. Übersichtsarbeiten halten fest, dass es nur wenige klinische Studien gibt und die Belege überwiegend vorklinisch sind. Eine Wirkung von Pinen beim Menschen ist damit nicht belegt.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. (+-)-alpha-Pinene (CID 6654), Abschnitt Boiling Point, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C10H16 und den Siedepunkt von Alpha-Pinen mit 156 °C bei Normaldruck nach dem Merck Index.
  2. Beta-Pinene (CID 14896), Abschnitt Boiling Point, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt den Siedepunkt von Beta-Pinen mit 166 °C bei Normaldruck nach dem CRC Handbook of Chemistry and Physics.
  3. Therapeutic Potential of α- and β-Pinene: A Miracle Gift of Nature (Biomolecules 9(11):738, DOI 10.3390/biom9110738), Salehi, Upadhyay, Erdogan Orhan et al.; Biomolecules (2019)Stützt, dass Alpha- und Beta-Pinen die am weitesten verbreiteten Monoterpene sind, in Nadelhölzern, Salbei, Rosmarin, Pistazie und Hanf vorkommen und nur wenige klinische Studien vorliegen.
  4. A Review of the Potential Use of Pinene and Linalool as Terpene-Based Medicines for Brain Health (Front Psychiatry 12:583211, DOI 10.3389/fpsyt.2021.583211), Weston-Green, Clunas, Jimenez Naranjo; Frontiers in Psychiatry (2021)Stützt, dass Alpha- und Beta-Pinen Hauptbestandteile von Terpentin sind, in Rosmarin und Nadelhölzern vorkommen und die Belege zu Pinen überwiegend vorklinisch sind.
  5. Terpene synthases from Cannabis sativa (PLoS One 12(3):e0173911, DOI 10.1371/journal.pone.0173911), Booth, Page, Bohlmann; PLoS One (2017)Stützt, dass (+)-Alpha-Pinen und (+)-Beta-Pinen zu den häufigsten Monoterpenen im Harz der untersuchten Nutzhanf-Sorte gehören.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.