Myrcen ist ein Monoterpen, also ein kleiner, flüchtiger Duftstoff aus der Gruppe der Terpene, der erdig, krautig und leicht fruchtig riecht. Gemeint ist fast immer Beta-Myrcen, das in Hopfen, Zitronengras, Lorbeer und in Hanf vorkommt und dort zu den am häufigsten ausgewiesenen Aromastoffen gehört.
Dieser Glossar-Beitrag erklärt den Stoff chemisch, beschreibt Duft und Vorkommen und zeigt, wie du die Angabe in einem Terpenprofil lesen kannst. Den Überblick über alle Aromastoffe der Hanfpflanze findest du im Ratgeber Terpene in Cannabis. Welche Sorten Myrcen im Profil führen, siehst du bei unseren CBD Blüten: Dort steht zu jeder Sorte das Terpenprofil, dazu Herkunft, Anbautyp und ein Laborzertifikat je Charge.
Myrcen im Steckbrief: Chemie, Duft und Siedepunkt
Chemisch ist Beta-Myrcen ein offenkettiges Monoterpen mit der Summenformel C10H16. Monoterpene bestehen aus zwei Isopren-Einheiten, sind leicht flüchtig und lösen sich gut in Fett, kaum in Wasser. Weil Myrcen schon bei moderaten Temperaturen verdunstet, trägt es stark zum Geruch einer Pflanze bei. Der Siedepunkt liegt laut der Stoffdatenbank PubChem bei 167 °C unter Normaldruck.
| Stoffklasse | Monoterpen (offenkettig) |
|---|---|
| Summenformel | C10H16 |
| Duft | erdig, krautig, leicht balsamisch und fruchtig |
| Vorkommen in der Natur | Hopfen, Zitronengras, Verbene, Lorbeer, Hanf |
| Siedepunkt | etwa 167 °C bei Normaldruck (Quelle: PubChem, CRC Handbook) |
| Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil | CBD Blüten White Widow, Orange X, Pink Mimosa und Cream Mandarin; CBD Hasch Frozen Beldia und Golden Caramel |
Wie riecht der Duftstoff genau?
Wer an frischem Hopfen riecht, hat einen guten Eindruck: erdig, krautig, mit einer leicht fruchtigen, balsamischen Note. Deutlicher wird der Charakter im Zusammenspiel. Neben Limonen bekommt der Geruch eine helle Zitrusseite, neben Beta-Caryophyllen eine würzige Tiefe, neben Linalool eine blumige Weichheit. Deshalb beschreiben die Terpenprofile im Shop myrcenbetonte Sorten mal als fruchtig, mal als erdig.
Was bedeutet der Siedepunkt von 167°C beim Erhitzen?
Myrcen siedet früher als Limonen mit rund 178°C, Linalool mit 198°C und Beta-Caryophyllen mit 256 bis 259°C; nur Alpha-Pinen liegt mit etwa 156°C noch darunter. Verdunsten kann der Stoff schon deutlich darunter. Wird eine Hanfblüte erhitzt, gehen die Terpene gestaffelt nach ihrer Flüchtigkeit in die Luft über, und Myrcen gehört zu den ersten. Eine Temperaturempfehlung folgt daraus nicht; die Werte erklären nur, warum sich ein Aroma beim Erwärmen verändert.
Wo kommt der Duftstoff in der Natur vor?
Beta-Myrcen ist in sehr vielen Pflanzen zu finden. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 nennt vor allem die ätherischen Öle von Hopfen, Hanf, Zitronengras, Verbene und Lorbeer sowie Zitrusfrüchte. Im Bierbrauen gilt es als einer der prägenden Aromastoffe des Hopfenöls. Die Lebensmittelindustrie setzt Myrcen als Aroma- und Duftstoff ein.

Wie viel Myrcen eine Pflanze enthält, schwankt stark. Pflanzenart, Sorte, Reifegrad, Klima und Verarbeitung verschieben den Anteil. Deshalb riechen zwei Hopfensorten oder zwei Hanfsorten trotz gemeinsamer Terpene unterschiedlich.
Welche Rolle spielt es in Hanf?
Hanf bildet seine Terpene zusammen mit den Cannabinoiden in den Drüsenhaaren der Blüten, den Trichomen. In einer Untersuchung der Nutzhanf-Sorte Finola gehörte Myrcen zu den mengenmäßig wichtigsten Monoterpenen, neben Pinen, Limonen und Terpinolen. Bei den größeren Sesquiterpenen stand Beta-Caryophyllen vorn.
Für dich als Leser eines Terpenprofils heißt das: Myrcen ist in Hanf eher die Regel als die Ausnahme. Aussagekräftig wird die Angabe erst im Verhältnis zu den anderen Terpenen. Ein Profil, in dem Myrcen vorn steht, riecht meist erdiger und krautiger; tritt Limonen hinzu, kommt eine frische Zitrusnote dazu. Die Werte gelten jeweils für eine Charge, denn Anbau, Ernte, Trocknung und Lagerung verändern den Terpengehalt.
Bei CBDÍA steht das Terpenprofil auf jeder Produktseite, zusammen mit dem Laborzertifikat der Charge, dem Herkunftsland, dem Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent. Blumig statt erdig wird ein Profil übrigens durch Linalool, das auch Lavendel seinen Duft gibt.
Wie viel steckt in einer getrockneten Hanfblüte?
Konkrete Zahlen liefert eine Laborarbeit aus dem Jahr 2025. Sie hat zwei in den USA angebaute Hanfsorten nach dem Trocknen untersucht. In beiden lag Beta-Myrcen mit 5,85 bis 8,62 Milligramm je Gramm getrockneter Blüte an der Spitze, vor Beta-Caryophyllen mit 3,89 bis 4,69 Milligramm, Humulen und Limonen.
Solche Werte schwanken von Sorte zu Sorte und von Ernte zu Ernte. Sie zeigen aber, warum Myrcen in vielen Terpenprofilen vorn steht: Es ist in Hanf oft der mengenmäßig größte Duftstoff.
Verwandte Duftstoffe: Abgrenzung in einem Satz je Stoff
Myrcen wird leicht mit anderen Terpenen verwechselt, weil viele davon dieselbe Summenformel C10H16 tragen. Der Unterschied liegt im Bau des Moleküls, und der entscheidet über den Geruch:

- Limonen hat dieselbe Formel, ist aber ringförmig gebaut und riecht nach Zitrusschale statt nach Kräutern.
- Pinen besitzt zwei verbundene Ringe und bringt den harzigen Duft von Nadelholz.
- Linalool teilt mit Myrcen das offene Kohlenstoffgerüst, trägt aber eine Alkoholgruppe und riecht deshalb blumig.
- Ocimen ist ein naher Verwandter mit anders verteilten Doppelbindungen und süßlich-krautigem Duft.
In einem Terpenprofil stehen diese Stoffe deshalb als getrennte Werte. Wer zwei Sorten vergleicht, achtet weniger auf einen einzelnen Namen als auf die Reihenfolge: Welches Terpen steht vorn, welches folgt? Daraus ergibt sich, ob eine Blüte eher erdig, zitrisch, harzig oder blumig riecht.
Labor, Lagerung und Sortiment
Wie misst ein Labor den Gehalt?
Terpene bestimmt das Labor meist per Gaschromatografie: Die verdampfte Probe wandert durch eine dünne Trennsäule, jeder Stoff kommt nach einer eigenen Zeit am Ende an und wird dort erkannt und gemessen. Die Arbeit von 2025 nutzte ein Massenspektrometer im sogenannten SIM-Modus, das gezielt nach typischen Bruchstücken einzelner Terpene sucht. So lassen sich auch Stoffe auseinanderhalten, die gleichzeitig aus der Säule kommen.
Bei CBDÍA gehört zu jeder Charge ein Laborzertifikat auf der Produktseite. Gesammelt findest du sie unter Laborberichte je Charge.
Wie bleibt das erdige Aroma bei der Lagerung erhalten?
Myrcen ist flüchtig. Bei wiederholten Messungen derselben Probenlösung beobachteten die Forschenden der Arbeit von 2025, dass flüchtigere Terpene mit der Zeit abnahmen, während schwerere anteilig zunahmen. Bei einer Blüte im offenen Glas läuft dasselbe langsamer ab. Luftdicht, dunkel und kühl gelagert, bleibt das Profil näher an dem, was das Terpenprofil der Charge beschreibt.
In welchen CBDÍA-Sorten steckt der erdige Duftstoff?
Laut Terpenprofil steht Myrcen bei den Blüten White Widow und Cream Mandarin an erster Stelle, bei Orange X und Pink Mimosa an zweiter. Unter den Hasch-Sorten eröffnet es die Profile von Frozen Beldia und Golden Caramel, bei Vanilla Cream folgt es auf Linalool.
Was die Forschung untersucht
Beta-Myrcen ist Gegenstand zahlreicher Labor- und Tierstudien. Die Übersichtsarbeit von 2021 fasst diese Arbeiten zusammen und hält zugleich fest, dass Studien am Menschen weitgehend fehlen. Aus dem Nachweis von Myrcen in einer Blüte lässt sich deshalb keine Aussage über eine Wirkung ableiten.
Sachlich belastbar sind dagegen Chemie, Duft und Vorkommen: Myrcen ist ein weit verbreitetes Pflanzenaroma, das Hanf gemeinsam mit vielen anderen Terpenen bildet und das in einer Laboranalyse als eigener Wert erscheinen kann.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.








