Limonen ist ein ringförmiges Monoterpen, ein flüchtiger Duftstoff, der nach Zitrone und Orange riecht. Er ist der Hauptbestandteil des Öls in Zitrusschalen, kommt aber auch in vielen anderen Pflanzen vor, darunter Minze und Hanf.
Hier erfährst du, was Limonen chemisch ist, worin sich d- und l-Limonen unterscheiden, wo der Stoff vorkommt und wie du ihn in einem Terpenprofil liest. Wie die Aromastoffe der Hanfpflanze insgesamt zusammenspielen, erklärt der Ratgeber zu Terpenen in Cannabis. Sorten mit zitrusbetontem Profil findest du bei unseren CBD Blüten aus EU-Nutzhanf, jede mit Laborzertifikat zur Charge.
Limonen im Steckbrief: Formel, Duft und Siedepunkt
Limonen hat die Summenformel C10H16 und gehört wie Myrcen zu den Monoterpenen, ist aber ringförmig gebaut. Der Stoff ist farblos, leicht flüchtig, löst sich gut in Fett und kaum in Wasser. Für d-Limonen nennt die Stoffdatenbank PubChem einen Siedepunkt von 177,6 °C unter Normaldruck.
| Stoffklasse | Monoterpen (ringförmig) |
|---|---|
| Summenformel | C10H16 |
| Duft | d-Limonen zitronig und orangig, l-Limonen herber, minzig |
| Vorkommen in der Natur | Schalen von Zitrone, Orange, Grapefruit und Mandarine, Minzöle, Hanf |
| Siedepunkt | etwa 178 °C bei Normaldruck für d-Limonen (Quelle: PubChem, CRC Handbook) |
| Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil | CBD Blüten Sour Diesel, Blue Dream und L.A. Amnesia |
Zwei Spiegelbilder: d- und l-Form
Limonen gibt es in zwei spiegelbildlichen Formen, sogenannten Enantiomeren. Sie haben dieselbe Formel und dieselbe Verknüpfung der Atome, sind aber räumlich gespiegelt, so wie linke und rechte Hand. Die Nase unterscheidet sie: D-Limonen, auch (+)-Limonen, riecht angenehm zitronig. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 beschreibt, dass es durch Kaltpressen von Zitrusschalen gewonnen wird, deren Öl zu über 90 Prozent aus d-Limonen besteht. L-Limonen, auch (-)-Limonen, kommt eher in Minzölen vor.
Welche Spiegelbildform bildet Hanf?
Für Hanf ist die Antwort ziemlich eindeutig. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 hat ätherische Öle aus fünf Nutzhanfsorten, darunter Kompolti, Futura 75 und Finola, mit einer speziellen gaschromatografischen Methode auf ihre Spiegelbildformen geprüft. In allen gemessenen Proben überwog die (-)-Form mit 73 bis 94%, und das Verhältnis blieb zwischen den Sorten weitgehend gleich. Das deckt sich mit dem Befund an der Sorte Finola, die vor allem (-)-Limonen bildet.
Der Zitrusduft einer Hanfblüte stammt also nicht vom selben Spiegelbild wie der Duft einer Orangenschale. Wie ein Profil am Ende riecht, entscheidet das Zusammenspiel mit anderen Stoffen, etwa Terpinolen oder Myrcen.

Wo kommt der Stoff vor und wofür wird er genutzt?
Den größten Anteil liefern Zitrusfrüchte: Beim Schälen einer Orange werden die Öldrüsen der Schale verletzt, und der typische Duft steigt auf, zu großen Teilen Limonen. Kleinere Mengen finden sich in Kräutern, Gewürzen und Nadelhölzern.
Wirtschaftlich ist Limonen ein wichtiger Aroma- und Duftstoff für Lebensmittel, Getränke, Kosmetik und Reiniger. In der Agrar- und Lebensmittelforschung wird untersucht, ob Limonen synthetische Konservierungs- und Pflanzenschutzmittel ersetzen kann. Weil der Stoff flüchtig ist und sich schlecht in Wasser löst, arbeiten Forschende an Verkapselungen, die ihn schützen und langsam freisetzen.
Sind Zitrone, Limone und der Duftstoff dasselbe?
Nein. Limone ist ein älteres Wort für die Zitrone, also für eine Frucht. Der Duftstoff Limonen ist dagegen ein einzelnes Molekül, das in der Schale dieser und vieler anderer Zitrusfrüchte steckt, ebenso in Kräutern und in Hanf. Eine Zitrone enthält außer Limonen viele weitere Aromastoffe, die ihren Geruch gemeinsam prägen.
Drei verwandte Duftstoffe im Vergleich
In Terpenprofilen von Hanf tauchen drei Monoterpene besonders oft gemeinsam auf. Alle drei haben die Summenformel C10H16, unterscheiden sich aber im Bau, im Duft und im Siedepunkt. Die Siedepunkte stammen aus der Stoffdatenbank PubChem und gelten für Normaldruck.

| Limonen | ein Ring, Zitrusduft, Siedepunkt etwa 178 °C |
|---|---|
| Myrcen | offene Kette, erdig und krautig, Siedepunkt etwa 167 °C |
| Alpha-Pinen | zwei Ringe, harzig nach Kiefer, Siedepunkt etwa 156 °C |
Die Unterschiede im Siedepunkt sind einer der Gründe, warum Labore Terpene gaschromatografisch trennen und als einzelne Werte ausweisen können. Für dich als Leser bedeutet das: Ein Profil mit Limonen, Myrcen und Pinen beschreibt drei verschiedene Stoffe, auch wenn sie chemisch eng verwandt sind.
Welche Rolle spielt es im Terpenprofil von Hanf?
Hanf bildet Limonen in den Drüsenhaaren seiner Blüten. Interessant ist die Form: In der untersuchten Nutzhanf-Sorte Finola entstand vor allem (-)-Limonen, also die l-Form, und nicht das d-Limonen der Zitrusschalen. Zu den häufigsten Monoterpenen im Harz zählten dort außerdem Myrcen und Alpha-Pinen; unter den Sesquiterpenen stand Beta-Caryophyllen vorn.
Im Terpenprofil einer Sorte steht Limonen für die frische, helle Zitrusnote. Allein bestimmt es den Geruch selten: Zusammen mit Myrcen wirkt ein Profil fruchtig-erdig, zusammen mit Linalool eher blumig-frisch. Chemisch eng verwandt ist Ocimen, ebenfalls ein Monoterpen mit der Summenformel C10H16. Die Werte gelten für eine Charge, denn Anbau, Ernte und Lagerung verändern den Gehalt flüchtiger Terpene. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb neben Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent.
Aus dem Nachweis von Limonen in einer Blüte folgt keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma, nicht mehr.
Vom Siedepunkt bis zum Laborwert
Was bedeutet der Siedepunkt von rund 178°C beim Erhitzen?
Mit rund 178°C liegt der Zitrusduftstoff zwischen Myrcen mit 167°C und Linalool mit 198°C; Beta-Caryophyllen siedet erst bei 256 bis 259°C. Verdunsten kann er schon weit unterhalb dieses Werts, deshalb steigt der Duft beim Schälen einer Orange sofort auf. Wird eine Hanfblüte erhitzt, gehen ihre Terpene gestaffelt nach ihrer Flüchtigkeit in die Luft über, und Limonen gehört zu den flüchtigeren. Eine Temperaturempfehlung folgt daraus nicht; die Werte erklären nur, warum sich ein Aroma beim Erwärmen verändert.
Wie lässt sich die Zitrusnote bei der Lagerung erhalten?
Limonen ist leicht flüchtig, löst sich kaum in Wasser und gut in Fett. An der Luft verliert eine Blüte deshalb mit der Zeit an frischer Kopfnote, und Licht, Wärme und Sauerstoff können den Stoff chemisch verändern. Die Verkapselungen aus der Lebensmittelforschung zeigen, wie ernst dieses Problem in der Industrie genommen wird. Für zu Hause reicht: luftdicht, dunkel und kühl lagern und das Gefäß nicht unnötig oft öffnen.
Wie misst ein Labor den Anteil?
Terpene bestimmt das Labor meist per Gaschromatografie. Die verdampfte Probe wandert durch eine dünne Trennsäule, jeder Stoff kommt nach einer eigenen Zeit am Ende an, ein Detektor erkennt ihn und misst die Menge. Für die Spiegelbildformen nutzte die Untersuchung von 2021 eine Säule mit einer Beschichtung aus Cyclodextrinen, die (+)- und (-)-Form unterschiedlich lange zurückhält. Kontrolllabore setzen solche Messungen auch ein, um die Echtheit eines ätherischen Öls zu prüfen.
Bei CBDÍA gehört zu jeder Charge ein Laborzertifikat auf der Produktseite; alle Zertifikate findest du gesammelt unter Laborberichte je Charge.
In welchen CBDÍA-Sorten steckt die Zitrusnote?
Laut Terpenprofil führen drei Blüten im Shop Limonen unter ihren drei Leitterpenen. Bei Sour Diesel und Blue Dream steht es vorn, bei L.A. Amnesia hinter Terpinen. Sour Diesel ergänzt es mit p-Cymen und Terpinen, Blue Dream mit Guaiol und Terpinolen. Die Angaben gelten je Charge.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.








