Terpene: Wissen über Duftstoffe der Hanfpflanze

Limonen: Zitrusduft, Vorkommen und Eigenschaften

Jona Decker von Jona Decker29.09.2026 3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Limonen ist ein ringförmiges Monoterpen mit der Summenformel C10H16.
  • Es gibt zwei Spiegelbild-Formen: d-Limonen riecht zitronig, l-Limonen findet sich eher in Minzölen.
  • Kaltgepresste Zitrusschalenöle bestehen zu über 90 Prozent aus d-Limonen.
  • Der Siedepunkt von d-Limonen liegt bei etwa 178 °C.
  • In Hanf wurde vor allem die l-Form nachgewiesen.
Orangen- und Zitronenschale mit einer halben Zitrone neben einer getrockneten Hanfblüte

Auf einen Blick

Du bist in einem Terpenprofil oder auf einer Zutatenliste auf Limonen gestoßen und willst wissen, was das ist. Der Beitrag erklärt den Stoff, den Unterschied zwischen d- und l-Limonen, Vorkommen, Siedepunkt und Verwendung. Danach kannst du die Angabe in einem Sortenprofil einordnen.

Limonen ist ein ringförmiges Monoterpen, ein flüchtiger Duftstoff, der nach Zitrone und Orange riecht. Er ist der Hauptbestandteil des Öls in Zitrusschalen, kommt aber auch in vielen anderen Pflanzen vor, darunter Minze und Hanf.

Hier erfährst du, was Limonen chemisch ist, worin sich d- und l-Limonen unterscheiden, wo der Stoff vorkommt und wie du ihn in einem Terpenprofil liest. Wie die Aromastoffe der Hanfpflanze insgesamt zusammenspielen, erklärt der Ratgeber zu Terpenen in Cannabis. Sorten mit zitrusbetontem Profil findest du bei unseren CBD Blüten aus EU-Nutzhanf, jede mit Laborzertifikat zur Charge.

Limonen im Steckbrief: Formel, Duft und Siedepunkt

Limonen hat die Summenformel C10H16 und gehört wie Myrcen zu den Monoterpenen, ist aber ringförmig gebaut. Der Stoff ist farblos, leicht flüchtig, löst sich gut in Fett und kaum in Wasser. Für d-Limonen nennt die Stoffdatenbank PubChem einen Siedepunkt von 177,6 °C unter Normaldruck.

Stoffklasse Monoterpen (ringförmig)
Summenformel C10H16
Duft d-Limonen zitronig und orangig, l-Limonen herber, minzig
Vorkommen in der Natur Schalen von Zitrone, Orange, Grapefruit und Mandarine, Minzöle, Hanf
Siedepunkt etwa 178 °C bei Normaldruck für d-Limonen (Quelle: PubChem, CRC Handbook)
Im CBDÍA-Sortiment laut Terpenprofil CBD Blüten Sour Diesel, Blue Dream, Sour Mango und L.A. Amnesia

Zwei Spiegelbilder: d- und l-Form

Limonen gibt es in zwei spiegelbildlichen Formen, sogenannten Enantiomeren. Sie haben dieselbe Formel und dieselbe Verknüpfung der Atome, sind aber räumlich gespiegelt, so wie linke und rechte Hand. Die Nase unterscheidet sie: D-Limonen, auch (+)-Limonen, riecht angenehm zitronig. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 beschreibt, dass es durch Kaltpressen von Zitrusschalen gewonnen wird, deren Öl zu über 90 Prozent aus d-Limonen besteht. L-Limonen, auch (-)-Limonen, kommt eher in Minzölen vor.

Wo kommt der Stoff vor und wofür wird er genutzt?

Den größten Anteil liefern Zitrusfrüchte: Beim Schälen einer Orange werden die Öldrüsen der Schale verletzt, und der typische Duft steigt auf, zu großen Teilen Limonen. Kleinere Mengen finden sich in Kräutern, Gewürzen und Nadelhölzern.

Wirtschaftlich ist Limonen ein wichtiger Aroma- und Duftstoff für Lebensmittel, Getränke, Kosmetik und Reiniger. In der Agrar- und Lebensmittelforschung wird untersucht, ob Limonen synthetische Konservierungs- und Pflanzenschutzmittel ersetzen kann. Weil der Stoff flüchtig ist und sich schlecht in Wasser löst, arbeiten Forschende an Verkapselungen, die ihn schützen und langsam freisetzen.

Drei verwandte Duftstoffe im Vergleich

In Terpenprofilen von Hanf tauchen drei Monoterpene besonders oft gemeinsam auf. Alle drei haben die Summenformel C10H16, unterscheiden sich aber im Bau, im Duft und im Siedepunkt. Die Siedepunkte stammen aus der Stoffdatenbank PubChem und gelten für Normaldruck.

Limonen ein Ring, Zitrusduft, Siedepunkt etwa 178 °C
Myrcen offene Kette, erdig und krautig, Siedepunkt etwa 167 °C
Alpha-Pinen zwei Ringe, harzig nach Kiefer, Siedepunkt etwa 156 °C

Die Unterschiede im Siedepunkt sind einer der Gründe, warum Labore Terpene gaschromatografisch trennen und als einzelne Werte ausweisen können. Für dich als Leser bedeutet das: Ein Profil mit Limonen, Myrcen und Pinen beschreibt drei verschiedene Stoffe, auch wenn sie chemisch eng verwandt sind.

Welche Rolle spielt es im Terpenprofil von Hanf?

Hanf bildet Limonen in den Drüsenhaaren seiner Blüten. Interessant ist die Form: In der untersuchten Nutzhanf-Sorte Finola entstand vor allem (-)-Limonen, also die l-Form, und nicht das d-Limonen der Zitrusschalen. Zu den häufigsten Monoterpenen im Harz zählten dort außerdem Myrcen und Alpha-Pinen; unter den Sesquiterpenen stand Beta-Caryophyllen vorn.

Im Terpenprofil einer Sorte steht Limonen für die frische, helle Zitrusnote. Allein bestimmt es den Geruch selten: Zusammen mit Myrcen wirkt ein Profil fruchtig-erdig, zusammen mit Linalool eher blumig-frisch. Die Werte gelten für eine Charge, denn Anbau, Ernte und Lagerung verändern den Gehalt flüchtiger Terpene. Bei CBDÍA steht das Terpenprofil deshalb neben Laborzertifikat, Herkunftsland, Anbautyp und dem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent.

Aus dem Nachweis von Limonen in einer Blüte folgt keine Aussage über eine Wirkung. Das Terpenprofil beschreibt das Aroma, nicht mehr.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Terpene werden hier als Aroma- und Pflanzenstoffe beschrieben, nicht als Wirkstoffe. Stand: September 2026.


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Häufige Fragen zu Limonen

D-Limonen und l-Limonen sind Spiegelbilder desselben Moleküls, sogenannte Enantiomere. D-Limonen riecht deutlich nach Zitrone und stammt meist aus Zitrusschalen. L-Limonen kommt eher in Minzölen vor und riecht weniger fruchtig.

Nein. Limonen ist ein einzelner Duftstoff, die Zitrone eine Frucht mit Hunderten Inhaltsstoffen. Limonen ist aber der Hauptbestandteil des Öls in Zitrusschalen und prägt deshalb den typischen Zitronen- und Orangenduft.

Limonen wird als Aroma- und Duftstoff in Lebensmitteln, Getränken, Kosmetik und Reinigern eingesetzt. Eine Übersichtsarbeit beschreibt, dass Limonen in der Agrar- und Lebensmittelforschung als natürlicher Ersatz für synthetische Konservierungs- und Pflanzenschutzmittel untersucht wird.

Limonen gehört zu den Monoterpenen, die Hanf regelmäßig bildet, der Anteil schwankt aber stark. Manche Sorten zeigen Limonen weit vorn im Terpenprofil, bei anderen ist es nur in Spuren messbar. Verlässlich zeigt das nur die Angabe zur jeweiligen Charge.

Quellen

Diese Quellen stützen die Sachaussagen im Beitrag.

  1. (+)-Limonene (CID 440917), Abschnitt Boiling Point, PubChem, National Library of Medicine (NIH) (2026)Stützt die Summenformel C10H16 und den Siedepunkt von d-Limonen mit 177,6 °C bei Normaldruck nach dem CRC Handbook of Chemistry and Physics.
  2. Encapsulated Limonene: A Pleasant Lemon-Like Aroma with Promising Application in the Agri-Food Industry. A Review (Molecules 25(11):2598, DOI 10.3390/molecules25112598), Ibáñez, Sanchez-Ballester, Blázquez; Molecules (2020)Stützt den zitronenartigen Duft von d-Limonen, seine Gewinnung aus kaltgepressten Zitrusschalen mit Anteilen über 90 Prozent, das Vorkommen von l-Limonen in Minzölen und die Forschung zu Anwendungen in der Agrar- und Lebensmittelindustrie.
  3. Terpene synthases from Cannabis sativa (PLoS One 12(3):e0173911, DOI 10.1371/journal.pone.0173911), Booth, Page, Bohlmann; PLoS One (2017)Stützt, dass Hanf (-)-Limonen, also die l-Form, in den Drüsenhaaren der Blüten bildet und es zu den häufigsten Monoterpenen im Harz der untersuchten Sorte gehört.
Über den Autor

Jona Decker

Jona Decker ist Autor und Redakteur mit den Schwerpunkten CBD, Cannabinoide und Cannabis-Recht. Er studierte Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung empirische Wirtschaftsforschung und beschäftigt sich seit 2020 publizistisch mit Cannabidiol. Seit Oktober 2020 schreibt er für das Magazin CBD360, dessen Redaktionsleitung er heute mitverantwortet. Für CBDÍA ordnet er Produkte sachlich ein, auf Grundlage von Laborzertifikat je Charge und dokumentierter Herkunft.